Stendal l In den Jahren 2014 bis 2016 hatte es an der Kreuzung Blumenthal- und Nicolaistraße sechs Unfälle gegeben, bei denen sechs Personen leicht verletzt wurden. Eine solche Häufung von Unfällen an derselben Stelle innerhalb von drei Jahren und/oder die hohe Zahl an Verletzten – das führt zur Einstufung als Unfallhäufungsstelle. In fünf Fällen waren Fahrradfahrer beteiligt, die die Blumenthalstraße aus Richtung Bahnhof (von dort ist sie eine Einbahnstraße) befahren hatten und auf der Kreuzung mit Autos zusammengestoßen waren, die die Nicolaistraße aus Richtung Frommhagenstraße befuhren. Diese Entwicklung hatte dazu geführt, dass die besagte Kreuzung für das Jahr 2016 erstmals in der Unfallhäufungsstellen-Übersicht des Polizeirevieres Stendal aufgetaucht war.

Die ständige Unfallkommission im Landkreis, in der neben der Polizei auch das Straßenverkehrsamt mitarbeitet, nahm sich des Problems an. Zwei Möglichkeiten gab es: den Weg für Radfahrer absperren oder den Weg für sie legalisieren. Die Fachleute entschieden sich für die Legalisierung. Die Polizei und die Stadt Stendal setzten die Maßnahmen um. Es wurde ein Schild aufstellt, das den Radfahrern anzeigt, dass sie dem Verkehr auf der Nicolaistraße die Vorfahrt gewähren müssen. Vor der Kreuzung (aus Richtung Frommhagenstraße) wurden links zwei Stellplätze weggenommen und mit gelben Leitschwellen gesperrt. Dadurch haben Radfahrer, die auf dem nicht benutzungspflichtigen Radweg oder auf der Straße vom Bahnhof kommend an die Kreuzung heranfahren, eine bessere Sicht auf die Nicolaistraße – sie sehen dann, ob ein Auto von rechts kommt. Das war zuvor nicht der Fall und meist die Ursache für die Unfälle.

Maßnahme hatte Erfolg

Die Maßnahme scheint Erfolg zu haben, denn im vergangenen Jahr gab es dort keinen Unfall. Sie sei ein Beispiel dafür, dass nicht nur mit Verboten auf eine solche Unfallhäufung reagiert werden kann und sollte, „sondern auch, indem Verbesserungen geschaffen werden“, sagt Polizeikommissar Fred Mücke, im Revier Stendal für die Verkehrsorganisation zuständig.

Während die Kreuzung Blumenthal-/Nicolaistraße aus der Liste der Unfallschwerpunkte herausgefallen ist, ist die Kreuzung Osterburger Straße/Mannsstraße im vergangenen Jahr hinzugekommen. Oft ereignen sich dort Auffahrunfälle, wenn Fahrzeuge von der Osterburger Straße nach links in die Mannsstraße abbiegen wollen und deswegen stoppen. Begonnen hat die Unfallhäufung nach Freigabe der Osterburger Straße, die im Zuge des Eisenbahnbrücken-Baus in diesem Bereich verbreitert worden war.

Die Unfallschwerpunkte in Stendal sind: Kreuzung Nordwall/Wendstraße, Kreuzung Schützenplatz, die Kreuzungen der Stadtseeallee mit der Erich-Weinert-Straße, mit der Moltkestraße und mit der Friedrich-Ebert-Straße, die Kreuzung am Nachtigalplatz, der Kreisverkehr am Uenglinger Tor und der Einmündungsbereich der Mannsstraße in die Osterburger Straße. Neben den Unfallhäufungsstellen in der Stadt Stendal gibt es auch einige auf Bundesstraßen. Konkret sind dies die Ortsumfahrung Osterburg (B 189), die Lüderitzer Kreuzung (B 189), die Vielbaumer Kreuzung (B 189) und die Landesstraße zwischen Heeren und Stendal. Letztere ist zwar statistisch noch aufgeführt, die Situation hat sich aber schon entschärft. Weil für die Klassifizierung von Unfallhäufungsstellen aber immer drei Jahre betrachtet werden, zählen für die Statistik 2017 auch noch die Unfälle aus den Jahren 2015 und 2016. Fred Mücke: „Statistisch ist es darum gerechtfertigt, dass die Straße noch aufgeführt wird, ein wirklicher Unfallschwerpunkt ist sie nicht mehr.“