Stendal l Dass der Neubau des Bauhofes an der Arneburger Straße schon vor dem eigentlichen Baubeginn mit vier Wochen in Verzug ist, war für die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses nicht das Problem, jedoch der Grund den Amtsleiter Georg Wilhelm Westrum für die Verzögerungen nannte. Zumindest brachte dieser den Stadtrat Dirk Hofer (CDU) auf die Palme.

Es sei im Nachgang festgestellt worden, dass zwischen dem Salzlager und der Fahrzeughalle eine Brandschutzwand erforderlich ist. Die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes habe bei der bauausführenden Firma gelegen, erläuterte Westrum. Von daher sei das Problem erst später offensichtlich geworden.

Rathaus überlässt Firma Genehmigung

„Man muss doch wissen, was man bauen will“, sagte Hofer. Er drückte sein Unverständnis darüber aus, dass ein Element wie eine Brandschutzwand nicht von vornherein eingeplant worden ist. Außerdem sei es aus seiner Sicht als Bauexperte völlig unverständlich, wenn die Erstellung der Bauantragsunterlagen der Firma überlassen wird, die am Ende den Zuschlag bekommt. „Wo gibt es denn sowas“, fragte Hofer. Auf Volksstimme-Nachfrage teilte die Verwaltung mit, dass durch das Vorgehen Planungskosten eingespart werden könnten. Jedoch sei die Stadt in jedem Fall Antragsteller für die Baugenehmigungen gewesen, heißt es.

Im Haushalt sind 1,8 Millionen Euro geplant

Fakt ist allerdings auch, dass die geplanten Kosten seit dem Ratsbeschluss zum Neubau vor einem Jahr von seinerzeit einer Million Euro auf nunmehr 1,8 Millionen Euro gestiegen sind. Zwischenzeitlich war im November eine Summe von 1,67 Millionen Euro genannt worden.

„Mir ist völlig unverständlich, wie nach Vergabe von Bauleistungen die Baukosten noch weiter ansteigen können“, sagt ein Firmenchef, der sich an der Ausschreibung beteiligt hat und am Ende leer ausgegangen ist. Eine entsprechende Frage der Volksstimme an die Verwaltung blieb unbeantwortet.

Eine vollständige Baugenehmigung liegt bislang nicht vor, sondern lediglich eine Teilbaugenehmigung, wie Amtsleiter Westrum bereits im Ausschuss sagte. Schon im November war das Gelände „Am Ostbahnhof“ hergerichtet worden. Nunmehr soll das Fundament für die Gebäude erstellt werden. Dafür liegt eine Teilbaugenehmigung vor. Wann es danach weitergeht, ist indes unklar.

Der Bauhof soll von seinem jetzigen maroden Standort am Uchtewall auf das neue Gelände umziehen.