Stendal l Gemeinsam mit zwei gesondert verfolgten Mittätern in einem Einkaufsmarkt in der Moltkestraße am 14. Juni 2018 einen Behälter mit Leergut-Pfandbons geknackt und diese gestohlen zu haben, wurde in der Vorwoche einem gerichtsbekannten 22 Jahre alten Stendaler ohne festen Wohnsitz vor dem Amtsgericht vorgeworfen. Offenbar völlig kurzsichtig und blauäugig versuchte das Diebestrio, diese Bons zu Geld zu machen, was natürlich misslang.

Die Pfandbons waren für soziale Zwecke gedacht und von Marktkunden in einen gesonderten Behälter geworfen worden. Dieser Behälter hing direkt neben einem Leergut-Automaten und war nicht besonders gesichert.

Fremde Nummernschilder

Volksstimme berichtete im April vorigen Jahres schon einmal über den Fall. Einem 22-Jährigen sollte, weil er seinerzeit nicht zu seinem Prozess erschienen war, ein Strafbefehl über eine Geldstrafe von 900 Euro zugehen. „Dumme Sache“, sagte der Angeklagte im aktuellen Prozess nur zum Vorwurf des gemeinschaftlichen Diebstahls, was wohl einem Geständnis gleichzusetzen sein sollte. Er besitzt einen Realschulabschluss, hat aber eine anschließende Lehre abgebrochen. Während er also diese Anklage insoweit einräumte, bestritt er eine weitere Anklage der Staatsanwaltschaft, die im selben Prozess abgehandelt werden soll. Die Anklagebehörde legt ihm in zwei Fällen Urkundenfälschung und Fahren ohne Fahrerlaubnis, noch dazu mit einem nicht haftpflichtversicherten Fahrzeug zur Last.

So soll er sowohl am 4. als auch am 6. Dezember 2018 mit einem Dacia Pajero als Fahrer in der Friedrich-Ebert-Straße in Stendal-Stadtsee unterwegs gewesen sein. Er sei nicht damit gefahren, gab der von Arbeitslosengeld II lebende Angeklagte an.„Meine Ex will mir nur eins reinwürgen“, kommentierte er die vom Staatsanwalt verlesene diesbezügliche Anklage. Die Kennzeichen hätte er auch nicht anmontiert. Die am Dacia Pajero angebrachten Stendaler Kennzeichen gehörten zu einem Suzuki Swift und waren in der Zeit vom 8. bis 13. Oktober 2018 entwendet und vom Besitzer als gestohlen gemeldet worden.

Nebulöse Erklärung

Was aus seinem Mund als Erklärung kam, klang sehr nebulös. Demnach sei der Dacia tatsächlich seiner. Den hätte er „wem anders weggenommen“. Damit hätte er mit einem Kumpel nach Arendsee fahren wollen. Am Steuer hätte aber nicht er, also der Angeklagte, sondern besagter Kumpel gesessen. Der Vorbesitzer hatte gegenüber der Polizei erklärt, dass er dem Angeklagten den Dacia überlassen hat. „Ohne Zeugen kommen wir hier nicht weiter“, sagte Richter Rainer Mählenhoff. Beim Fortsetzungstermin soll nun unter anderen auch die Ex-Freundin des 22-Jährigen aussagen.