Stendal l Wer es bis Montag, 18 Uhr, nicht geschafft hatte, der kann nicht mehr bei der Stendaler Stadtratswahl am 26. Mai antreten. Zu jenem Zeitpunkt lief die Frist für die Einreichung von Unterlagen zur Kommunalwahl ab. Vor allem für die Einzelbewerber war dies ein wichtiger Zeitpunkt, denn sie mussten bis dahin 100 Unterstützungsunterschriften zusammenbekommen haben.

Einer der Ersten, der sich die Unterlagen aus dem Stendaler Rathaus abgeholt hat, ist Steffen Roske. „Ich war schon am 10. Januar das erste Mal da“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. 112 Unterschriften sind es am Ende geworden, allerdings hatte er auch mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen. So musste akribisch darauf geachtet werden, dass als Wohnort „Hansestadt Stendal“ und nicht einfach nur „Stendal“ angegeben wurde. Ebenso fielen Unterstützungsunterschriften, bei denen die Adresse falsch geschrieben wurde, etwa Bindestriche fehlten, durch.

Grundlage dafür ist Paragraph 21 des Kommunalwahlgesetzes. Durch die Geschäftsstelle des Kreiswahlleiters wurde darauf hingewiesen, dass vor der Bestätigung durch die zuständige Meldebehörde die bereits gemachten Angaben auf die korrekte Schreibweise in Bezug auf Namen, Vornamen, Straßenbezeichnungen und Ortsangaben zu überprüfen und gegebenenfalls entsprechend zu ergänzen sind“, erklärte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Anfrage der Volksstimme. Dies betreffe beispielsweise auch Namenszusätze zum Gemeindenamen wie Hansestadt, Altmark oder Elbe.

Seit dem 1. Januar 2010 trägt Stendal offiziell den Zusatz „Hansestadt“. Dafür hatten sich die Stendaler selbst in einer sogenannten Bürgeranhörung entschieden. Und das mit einer satten Mehrheit von 78,1 Prozent. Die Beteiligung lag über 50 Prozent. „Nach den Erfahrungen der Vergangenheit halten wir die Einhaltung für relevant“, sagte Kreiswahlleiter Denis Gruber gegenüber der Volksstimme.

112 Unterschriften in fünf Tagen

Und das gelte aber eben nicht nur für die Hansestadt Stendal. Auch aus seiner Heimatstadt Tangerhütte seien Unterlagen gekommen, die korrigiert werden mussten, so Gruber. Etwa, weil die Adresse mit August-Bebel-Straße angegeben war, obwohl die vor ein paar Jahren in Bebelstraße umbenannt wurde. Auch wenn sich ein Name Kraemer schreibe, dürfe auf dem Formular nicht Krämer stehen.

Während Roske als einer der Ersten anfing, Stimmen zu sammeln, legte Michael Rittmann einen wahren Endspurt hin. Er schaffte es innerhalb von fünf Tagen die 100er-Grenze zu knacken, bekam ebenfalls 112 Unterschriften zusammen. Mit dem Gedanken der Kandidatur geliebäugelt hatte er schon ein gutes Jahr, sich aber erst kurzfristig entschieden.

Neben Rittmann und Roske treten noch Samuel Kloft, Carola Radtke und Gesine Seidel als Einzelbewerber an. Zudem gibt es zwei Wählergemeinschaften, Freie Stadträte mit neun Kandidaten und Bürger für Stendal (18). Und sechs Parteien treten an: AfD (13), Bündnis 90/Die Grünen (2), CDU (21), Die Linke (27), FDP (9) und SPD (14). Über die Zulassung entscheidet der Stadtwahlausschuss am 25. März.