Stendal l Im Vorjahr berichtete die Volksstimme über einen Mann aus dem Elb-Havel-Winkel, der zwei Kleinwagen der Marke Fiat besaß und – gleichwohl sie nicht zugelassen und auch nicht haftpflichtversichert waren – damit unterwegs war. Was der 42-jährige gebürtige Stendaler allerdings nie hatte, ist eine Fahrerlaubnis. Nach seinen damaligen Angaben vor Gericht fuhr er bereits seit zwölf Jahren ohne jegliche Legitimation.

An die Autos schraubte er Kennzeichen, die er auf Schrottplätzen gefunden haben will. Weil er wegen unterschiedlicher Kennzeichen – vorn OHV (für Osthavelland) und hinten Stendal – an einem Fiat von der Polizei erwischt wurde, bekam er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eine Anklage und musste vor Gericht. Und weil er dazu noch betrunken gewesen war, kam auch noch Trunkenheit im Verkehr dazu. Dafür wurde er im August vorigen Jahres zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Doch die Strafe war ihm offensichtlich keine Lehre, denn am vorigen Freitag stand er schon wieder vor dem (selben) Richter am Amtsgericht.

Am Ende wurde der 42-Jährige wegen Urkundenfälschung sowie Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz zu einer Gesamtgeldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Was war passiert?

Alkoholtest: 2,19 Promille

Am 2. März dieses Jahres stieg er um 22.25 Uhr alkoholisiert in seinem Heimatdorf in eines seiner Autos, das weder zugelassen, noch versichert war. Eine Blutentnahme zwei Stunden später ergab noch einen Wert von 2,19 Promille. Er kam aber nicht weit. Nachdem er nur ein paar Meter nach dem Start eine Hecke touchiert hatte, knallte er gegen einen Betonmast und blieb im Auto eingekeilt.

„Glücklicherweise“, so hieß es im Urteil, kam gerade eine Krankenschwester auf dem Weg zum Dienst an der Unfallstelle vorbei und leistete durch die defekte Frontscheibe des Autos Erste Hilfe, bis Feuerwehr und Notarzt eintrafen. Er habe eine Platzwunde am Kopf gehabt, sagte die couragierte Ersthelferin als Zeugin aus. Der Notarzt stellte dann noch einen Verletzung am Bein fest.

Der Angeklagte selbst wusste angeblich nichts mehr von jenem Abend. Nur, dass er bei einer Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft war. Dort habe er Schnaps und Bier getrunken. Wie viel, wisse er nicht mehr. Er sei in Rathenow im Krankenhaus aufgewacht und von dort trotz Verletzungen zu Fuß nach Hause gelaufen, gab er an. Sein Auto hatte nur noch Schrottwert.

„Jetzt müssen Sie aber einsehen, dass das so nicht weitergeht“, ermahnte das Gericht den Angeklagten und verhängte als „Nebenstrafe“ noch eine zweijährige Sperrfrist zur möglichen Erlangung einer Fahrerlaubnis.