Tangerhütte l Im Rahmen der Diskussion über den Volksstimme-Artikel „Wildpark: Zum Abschuss frei?“ vom 21. Oktober meldeten sich über das soziale Netzwerk „Facebook“ zwei junge Frauen zu Wort, die tags zuvor ein einschneidendes Erlebnis mit freilaufenden Wildschweinen in Weißewarte hatten.

Fluchtartig hinter einem Baum versteckt

Mit sechs Personen, darunter einem Kleinkind, und zwei Hunden besuchten sie den Wildpark und standen auf dem Rückweg durch die Anlage plötzlich vor vier Bachen und einem Keiler, die auf dem Mittelweg unterwegs waren. „Der Keiler hat potenzielles Fressen in unseren Hunden gesehen. Wir konnten uns fluchtartig hinter einem Baum verstecken“, beschreibt Neele Borstel. Und weiter: „Vor uns war ein Tor auf dem Weg, welches wir schnell geschlossen haben und uns mit weiteren Gästen versteckt haben. Im Park sollte sich einiges ändern, sonst war es unser letzter Besuch im eigentlich so schönen Wildpark Weißewarte.“

Zur besten Kaffeezeit am Sonntagnachmittag war außer der Kassiererin und der Cafébetreiberin kein Personal mehr im Park. Also wurde dieser kurzfristig geräumt, die Gäste, die einen schönen Nachmittag dort verbringen wollten, wurden gebeten, die Anlage zu verlassen.

Grundpropblem: falsch eingebaute Zäune

„Ja, es gab einen Vorfall im Wildpark, wir haben ihn räumen lassen“, bestätigte Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) am Montagabend auf die Anfrage von Marcus Graubner (CDU) im Hauptausschuss in Tangerhütte. „Wie groß die Gefahr war, kann ich nicht einschätzen“, fügte Brohm hinzu. Das Grundproblem seien zu hoch eingebaute Zäune, die aber schon vor seiner Zeit als Bürgermeister installiert worden seien, erläuterte der Bürgermeister.

Dass die Tiere freikommen könnten, scheint allerdings bekannt zu sein: „Ein Wildschwein ist sehr klug, es kann das Tor aufdrücken. Das ist ein grundsätzliches Problem und wir müssen uns fragen, woran das liegt“, sagte Brohm. Auf die Frage, wie die Sicherheit der Besucher garantiert werden könne, antwortet er am Montagabend nicht.

Zusätzliches Schloss angebracht

Auf Volksstimme-Nachfrage erklärte er, dass inzwischen ein zusätzliches Kettenschloss angebracht worden sei, um erneutes Aufdrücken zu verhindern. Das Problem liege ausschließlich bei den Wildschweinen, ansonsten sei im Park alles sicher, erklärt er.

In der Facebook-Diskussion zum Wildpark meldete sich auch eine junge Jägerin zu Wort: „Da habt ihr richtig Glück gehabt! Ich will keine Panik machen ... aber die Bachen können mit ihrer Beißkraft Knochen brechen und die Keiler können mit ihren Waffen Menschen und Tiere töten“, schreibt Sarah Elisa Olitzsch.

Einwohnerversammlung am 5. November

Die für den 7. November angekündigte Einwohnerversammlung zur künftigen Ausrichtung des Wildparkes soll wegen Terminproblemen bereits am Dienstag, 5. November, ab 18.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus stattfinden. Am 9. November soll es eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins geben und am 11. November eine Sozialausschusssitzung zum Thema Wildpark.