Projekt der Bürgerinitiative Stendal mit dem Demografiepreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet

"Wir möchten fürsorgliche Gemeinschaft unterstützen"

Von Anke Kohl

Stendal l Länger in der Familie oder unterstützt durch Freiwillige zuhause leben, das ist das Ziel des Projektes "Selbstbestimmtes Leben auf dem Land", das seit Anfang 2012 durch die Bürgerinitiative Stendal (B.I.S.) angeschoben und umgesetzt wurde. Die erste offizielle Würdigung haben die Akteure in der vergangenen Woche durch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erfahren. Ihr Projekt wurde mit dem Demografiepreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

"Durch unsere Arbeit in der Tagesbetreuung von Demenzkranken hier in Stendal ist uns aufgefallen, dass es den Menschen auf dem Lande doch ganz genauso geht. Angehörige haben oftmals nicht die Zeit, Eltern oder Verwandte zu betreuen. Aber man kann demenzkranke Senioren ja nicht aus ihrem Heimatdorf, ihrer gewohnten Umgebung, täglich in die Stadt und eine Betreuungsstätte fahren", erklärt Marion Zosel-Mohr, die das Projekt entwickelt hat. Also musste eine Idee her, die den an Demenz Erkrankten trotz heimischer Umgebung eine fachlich gute Betreuung ermöglicht. Projektleiterin Babett Jungblut kümmerte sich in den vergangenen Monaten intensiv um die Umsetzung. Dass sie dabei "keinesfalls den Pflegediensten Konkurrenz machen wollen", stellen Ideengeberin Marion Zosel-Mohr und Jürgen Lenski ganz klar dar. Letzterer ist für die Personalplanung und die Weiterbildung von Freiwillgen zuständig, die auf dem Land die stundenweise Betreuung von dementen Menschen übernehmen möchten. "Häufig passiert das auch schon", sagt Jürgen Lenski. "Und wenn es bis dato das Mitbringen von Einkäufen oder die Fahrt zum Arzt war. Nachbarschaftshilfe wäre dazu ein bekanntes Schlagwort. Wir finden jedoch den Begriff einer fürsorglichen Gemeinschaft schöner und aussagekräftig", sagt Lenski und beschreibt damit ein leicht verständliches Bild.

Informationsveranstaltungen zur Aufklärung und Orientierung sowie Weiterbildungen für Angehörige und Freiwillige bietet die B.I.S. zum Thema Demenz an. Jeder, der sich bereit erklärt, bekommt eine Tasche, gefüllt mit Spiel- und Arbeitsmaterial, in die Hand und jederzeit die Unterstützung durch die Projektleitung.

Mehr Informationen: B.I.S., Karl-Hagenbeck-Str. 37-39 , Telefon (03931) 400639.