Nächstes Konzert folgt bereits in einer Woche

Nach dem geglückten Start von „Wir rocken das“ soll es bereits in der kommenden Woche eine Fortsetzung für die Internet-Konzertreihe geben.

Als Termin steht Freitag, der 17. April, ab 19.30 Uhr bereits fest. Nach derzeitigem Stand wird die Stendaler Gruppe „Tick2Loud“ auf dem Youtube-Kanal zu erleben sein. Der Kanal ist im Internet unter der Adresse www.wir-rocken-das.net zu erreichen.

Die Idee des Projektes ist, dass sowohl Künstler der Region als auch Gewerbetreibende und Gastronomen zusammenwirken, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die Geschäftsleute erhalten Aufmerksamkeit und man registriert, dass sie noch da sind. Sie stellen Spendenboxen für die Künstler auf und liefern im Außer-Haus-Verkauf die Leckereien für die Sofa-Konzerte. Wer dabei sein will, meldet sich: wir-rocken-das@veb-bild.de.

Stendal l Der Tangermünder Musiker Max Heckel gibt zu, dass er eigentlich „kein Freund digitaler Auftritte“ ist. Er habe sich gedacht: „Wer zieht sich das schon rein?“

Der 33-Jährige ließ sich nun aber eines Besseren belehren. Zusammen mit Aron Thalis bildete er den Auftakt für die Aktion „Wir rocken das“. Am Donnerstagabend wurde ein rund einstündiges Konzert des Duos auf dem Internet-Kanal Youtube gestreamt. In der Spitze waren 250 Leute vor dem Computerschirm und genossen die Musik von „Kompinsky“. Die Zuschauer nutzten auch eifrig die Kommentarfunktion und gaben den Musikern so unmittelbar zahlreiche Rückmeldungen, dass ihnen die Darbietungen gefallen.

Zuschauer konnten live kommentieren

„Es ist schon komisch, wenn man spielt und dann nicht der gewohnte Applaus kommt“, sagt Max Heckel. Die vielen Kommentare hätten das Konzert aber zu einem „Vergemeinschaftungszeremoniell“ gemacht, sagt der Musiker. Er sei total überrascht, wie gut das geklappt hat. „Es war unfassbar familiär“, schätzt er ein. Dass am Ende derart viele Leute den Musikabend verfolgt haben, hat ihn schon sehr überrascht. „Ich hatte mit rund 50 Zuschauern gerechnet“, sagt Heckel.

Bilder

„Wir konnten sehen, dass über die Stunde verteilt, aus 500 Quellen auf den Stream zugegriffen wurde“, sagt Thomas Butzek von der Stendaler Agentur VEB-Bild, die das Projekt technisch umsetzt. Sehr erfreulich sei gewesen, dass die Zahl im Laufe des Konzertes noch angestiegen sei, sagte Butzek. Dies sei ein klares Indiz dafür, dass den Zuschauern das Konzert gefallen habe, da sie eine recht lange Verweildauer vor dem Schirm hatten.

Nach der Übertragung des Konzertes konnten Interessierte auch noch weiter auf die Aufnahme zugreifen und das Konzert nach ihrem eigenen Zeitplan verfolgen. Mehr als 1500 Zuschauer kamen so bis zum Freitagvormittag zusammen.

„Wir wollen das Projekt auf jeden Fall fortsetzen“, sagt Geschäftsführer Dirk Andres von VEB-Bild. Zusammen mit der Volksstimme hat er das Projekt „Wir rocken das“ vorangetrieben und mit Leben gefüllt. Schon am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr soll es das nächste Internet-Konzert auf Youtube geben. Vermutlich wird dann die Stendaler Formation „Tick2Loud“ antreten. „Auch andere haben schon Interesse bekundet“, sagt Dirk Andres. So ist auch Musik-Tausendsasser Frank Wedel mit dabei. Er betreibt in Stendal eine Musikschule und hat beste Kontakte in die Musikszene der Region und darüber hinaus.

Geschäftsleute sammeln Spenden ein

Es geht bei dem Projekt allerdings nicht ausschließlich darum, dass die Musiker in der Corona-Zeit Auftrittsmöglichkeiten bekommen und auch ein paar Einnahmen erzielen, sondern es soll auch auf Geschäftsleute aufmerksam gemacht werden, die durch die momentane Krise ebenfalls arg gebeutelt sind und – wenn überhaupt – nur unter Einschränkungen ihre Geschäfte weiter betreiben können.

Durch die Aktion werden Interessierte darauf aufmerksam, dass die Geschäfte noch geöffnet sind und man dort Leckereien für Zuhause für die Konzerte auf der Couch mitnehmen kann. Die Geschäftsleute haben jeweils Spendenboxen für die Musiker aufgestellt. So profitieren alle Seiten von dem Projekt. Mit dabei sind in Stendal das Bistro Lavandaria, der Feinkostladen Olivenbaum, der Burgerladen Hot-Spot, der Unverpackt-Laden sowie in Tangermünde die Kaffeerösterei und die Exempel-Gaststuben. Und es können noch mehr werden.

„Ich bin mir sicher, dass sich das Format für die jetzige Zeit durchsetzen wird“, sagt Max Heckel. Er freue sich zwar darauf, wenn er wieder vor echtem Publikum auftreten kann, findet die digitale Form allerdings für die Übergangszeit eine „tolle Sache“.

Das Format der Internet-Konzerte ist für die Region gänzlich neu. „Wir mussten uns in die Materie erst einmal einarbeiten“, sagt Dirk Andres. Eine gewisse Schwierigkeiten sind die immer noch zu geringen Datenleitungen in der Altmark. „Die Übertragungsqualität muss stimmen“, sagt Andres. Er und seine Kollegen haben bei Youtube einen eigenen Kanal „Wir rocken das“ angelegt. Dort werden im Laufe der Zeit auch noch weitere Zusatzvidoeos zu sehen sein.