Stendal l Nach der Veröffentlichung, dass die Produktion der Hybridlokomotiven von Stendal an den Alstom-Standort Salzgitter verlegt worden ist, herrscht unter Stendals Kommunalpolitikern Empörung. „Das müsste doch der Unternehmensleitung klar sein, wie wichtig der Standort Stendal als Leuchtturm für die hiesige Wirtschaft ist“, meinte Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile.

Nach der in der Insolvenz steckenden Firma L&C Stendal sei dies nun schon das zweite Traditionsunternehmen, das in Schwierigkeiten steckt. „Das halte ich für bemerkenswert im negativen Sinne“, meinte Wollmann.

Er denkt vor allem auch an den psychologischen Aspekt, falls der Standort kleiner oder gar geschlossen würde. „Das ist dann wieder ein Faktor weniger, den man mit Stendal verbindet“, sagte er. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jacob Beuchel informierte, dass er sich an Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) gewandt habe. „Ich habe ihm geschrieben und darum gebeten, dass er sich für den Erhalt des Standortes Stendal einsetzt“, sagte Beuchel.

Oberbürgermeister zum Handeln aufgefordert

„Für mich bedeutet die Verlagerung der Endmontage der Hybridlok nach Salzgitter die Wegnahme einer Stendaler Marke, einer Stendaler Erfindung“, stellte Hardy Peter Güssau, Vorsitzender der Fraktion CDU/Landgemeinden, fest. Damit entfalle Arbeit und nicht nur er befürchte, dass das mittelfristig auch den Abbau von Arbeitsplätzen bedeuten werde. Klar sei, dass eine Kompensation notwendig ist, besser noch Investitionen, die auch schon einmal angekündigt worden seien.

Er erwartet von der Firma Alstom ein klares Bekenntnis für den Standort im ehemaligen RAW-Objekt und ein intelligentes Konzept für eine Existenz und Perspektive in Stendal.

Auch in der Fraktion Die Linke-Bündnis 90/Die Grünen regt sich Widerstand gegen die Entscheidung des Konzerns. „Die Nachricht von der Verlagerung der Fertigung der Hybrid-Lok von Stendal nach Salzgitter ist für die Beschäftigten und auch für mich ein Alarmsignal für den dauerhaften Bestand des Werkes und der Arbeitsplätze in Stendal“, meinte Vorsitzender Joachim Röxe.

Zum wiederholten Mal versuche der Konzern, Kernelemente der Produktion aus Stendal auszulagern. Der Zusage des Konzerns, dass dies keine Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze oder den Standort haben werde, vertraut er nicht. Die Linke werde sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen und die Beschäftigten mit allen Kräften unterstützen. Der Oberbürgermeister sollte jetzt ernsthafte Gespräche mit der Konzernspitze suchen, „unsere Unterstützung hat er dabei“.