Stendal l Die Liste der Orte, in denen Kunden der Stendaler Stadtwerke Strom und/oder Gas von dem Stendaler Unternehmen beziehen, füllt mehrere Seiten. Beim Strom fängt die Aufzählung nach Postleitzahlen mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden (01067) an und endet beim thüringischen Schönstedt (99947) im Unstrut-Hainich-Kreis. Dazwischen liegen Großstädte wie Hamburg, Berlin, Köln, München, Bremen, Düsseldorf, Duisburg und Dortmund, liegen aber auch Greifswald, Frankfurt/Oder, Bad Homburg, Wiesbaden, Aachen, Bielefeld und Keitum auf Sylt.

Während sich das Gasgeschäft vorrangig auf die Altmark, das Havelland und Orte im benachbarten Bördekreis konzentriert – Kunden gibt es aber auch im Sylt-Ortsteil Westerland, im brandenburgischen Milow, im sächsischen Lichtenstein oder im nordrhein-westfälischen Dortmund –, ist die Kundenstreuung beim Strom deutlich größer.

Die Übersicht zeigt ganz klar: Neben dem Schwerpunkt in den von den Stadtwerken selbst betriebenen Gas- und Stromnetzen in Stendal sind Kunden in der Region Altmark, dem Havelland und bundesweit zu finden.

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Treue Kundschaft vor allem in der Altmark

„Trotz einiger Kundenwechsel betreuen wir derzeit zirka 26.000 Stromkunden in Stendal, was in der Summe dem Vorjahresstand entspricht“, teilte Stadtwerke-Sprecher Rolf Gille auf Nachfrage mit. Außerhalb des eigenen Netzes beziehen 3.000 Kunden verschiedenster Größe ihren Strom von den Stendaler Stadtwerken, Privatkunden ebenso wie Gewerbetreibende und die Industrie.

„Gerade im Strombereich freuen wir uns sehr über viele treue Kunden“, sagt Thomas Bräuer, kaufmännischer Geschäftsführer der Stendaler Stadtwerke. Diese Treue und dieses Vertrauen seien „nicht selbstverständlich, beides muss man sich auch verdienen“. Ein Grund für die Kundentreue sieht Thomas Bräuer in den Tarifen: „Ich glaube, wir sind bei den Preisen fair.“ Allerdings könnten auch die Stadtwerke Stendal „nicht Zaubern beim Einkauf“, so der Geschäftsführer mit Hinweis auf Abgaben und Steuern. Um weiterhin „ein verlässlicher Anbieter zu sein“, sagt der Geschäftsführer, sind in den vergangenen Jahren rund 50 Millionen Euro investiert worden, unter anderem in zwei neue Umspannwerke und die Modernisierung des Blockheizkraftwerkes und des Heizwerkes in der Schillerstraße.

Im Gas-Geschäft betreuen die Stadtwerke derzeit zirka 3.500 Kunden in Stendal, außerhalb von Stendal sind es zirka 1000. „Das stellt im Jahresvergleich ein leichtes Minus in der Anzahl dar“, kommentierte Rolf Gille die Zahl.

Fernwärme für 10.000 Wohnungen

Insgesamt kommt Geschäftsführer Thomas Bräuer zu der Einschätzung: „Die überregionalen Aktivitäten haben etwas abgenommen, die regionalen Aktivitäten haben zugenommen.“ Zu den Kunden der Stadtwerke Stendal zählen vor allem Privathaushalte, aber auch Industrie, Gewerbe, Pflegeheime sowie die Großvermieter. Eine Zahl: Derzeit werden etwa 10.000 Wohnungen und gewerbliche Objekte mit Fernwärme von den Stendaler Stadtwerken beheizt.

So wie die Stendaler Stadtwerke Kunden in anderen Netzen versorgt, nutzen auch fremde Stromhandelsunternehmen das Verteilnetz der Stadtwerke – und das im Vergleich von 2017 zu 2018 steigend. Im vergangenen Jahr standen rund 44 Gigawattstunden zu Buche, im Jahr davor waren es 43 Gigawattstunden.

„Trotzdem werden in Stendal auch weiterhin mehr als 80 Prozent aller angeschlossenen Kunden mit elektrischer Energie von SWS vollversorgt“, heißt es im Geschäftsbericht für 2018.