Stendal l Etwas unauffällig ist die Trophäe am Rande des großen Schreibtisches platziert. Besuchern des Büros fällt sie erst auf den zweiten Blick so richtig auf. Was nicht heißt, dass die Auszeichnung für Maik Seguin keine Bedeutung hätte. Der Geschäftsführer ist durchaus Stolz darauf, dass seine Firma SK Glas- und Gebäudereinigung Seguin GmbH in diesem Jahr mit dem Altmärkischen Wirtschaftspreis ausgezeichnet wurde.

In der Kategorie Dienstleistungen und Tourismus befand die Jury des vom Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourisverbandes (ART) ausgelobten Preises das Familienunternehmen am überzeugendsten. Weil die Firma sich durch umfassende und individuelle Lösungen im Bereich Gebäudedienstleistungen auszeichne und Bedürfnisse der Kunden stets im Blick habe, wie es in der Begründung heißt. Doch würde die Geschäftsführung auch die Anliegen der rund 490 Angestellten im Blick haben.

Bedeutet konkret: Die SK Glas-und Gebäudereinigung zahlt Tariflohn und versucht, auf die Wünsche der Mitarbeiter beispielsweise bei der Wahl der Einsatzorte und der Tätigkeiten einzugehen. „Dass unsere Leute den für sie passenden Job finden, ist uns wichtig“, formuliert Maik Seguin den eigenen Anspruch. Als im Zuge des ersten Corona-Lockdowns plötzlich viele Auftraggeber wegfielen, habe man außerdem alles daran gesetzt, ohne Kündigungen durch die schwierige Zeit zu kommen. Mit Hilfe der Kurzarbeit sei das am Ende gelungen. „Wir sehen den Preis auch ein Stück weit als Auszeichnung für unsere Branche an, die nicht immer den besten Ruf genießt“, sagt der Firmenchef. Der Gebäude- reinigung hänge das schlechte Image zu unrecht an. „Es ist immerhin ein Lehrberuf und wir sind auch in der Handwerkskammer vertreten“, sagt der Geschäftsführer.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Norman (47) leitet der 38-Jährige das Unternehmen. Dabei setzten sie auf eine klare Aufgabenteilung. Maik deckt als Bankkaufmann die kaufmännische Seite ab, während sich sein Bruder als Gebäude- reinigermeister um die fachliche Komponente kümmert.

Die beiden führen das Werk ihres Vaters Wolfgang fort. Er hatte die SK Glas- und Gebäudereinigung Seguin kurz nach der Wiedervereinigung gegründet. In Stendal und Magdeburg zuhause, ist das Unternehmen in fünf Bundesländern tätig. „Wir hangeln uns so ein bisschen an der A2 entlang“, erklärt Maik Seguin den Ansatz. Neue Auftraggeber werden vor allem dank Empfehlungen auf sie aufmerksam. Bei der Kundschaft wird eine möglichst breite Palette abgedeckt. Vom Großunternehmen über den Mittelständler bis zu öffentlichen Einrichtungen ist alles dabei.

Trotzdem sei der Heimatmarkt immer von besonderem Interesse. Das sei auch daran abzulesen, dass mit etwa 120 Mitarbeitern der größte Teil der Belegschaft im nördlichen Sachsen-Anhalt eingesetzt werde.