Stendal l Um halb zehn ist die kurze Pause beendet. Im Schatten hatten sich die Bauarbeiter ein wenig von ihrer schweißtreibenden Arbeit erholt. Obwohl es Vormittag ist, heizt die Sonne schon ordentlich ein. Doch jetzt geht es weiter auf der Baustelle der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Seit der Grundsteinlegung am 19. Mai wird hier das zweite Studentenwohnheim hochgezogen. Es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum ersten. Mit acht Mitarbeitern ist die beauftragte Fachfirma vor Ort. Die sind offenbar fleißig bei der Sache. Die Fortschritte sind deutlich sichtbar. Am 8. September steht das Richtfest an.

Keine Corona-Verzögerung

Umso zufriedener wirkt SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik, als er über die Baustelle führt. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan. Es gibt keine Verzögerungen. Auch Corona macht uns keinen Strich durch die Rechnung.“ Von Lieferengpässen keine Spur, auch die ausländischen Arbeitskräfte hätten ohne Probleme einreisen können. Deshalb ist Jircik sehr optimistisch, dass der Bau im Herbst 2021 pünktlich zum Start des Wintersemesters eingeweiht wird: „Es müsste wirklich etwas außergewöhnlich Schlimmes passieren, damit wir den Termin nicht halten können.“

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Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Die künftigen Erstsemester starten dann und werden bi Ende ihres dreijährigen Bachelor-Studiums im Wohnheim unterkommen. Mit dieser Politik sei man bisher gut gefahren, so Jircik. Dagegen nimmt die SWG Abstand davon, die Wohnungen an Studenten zu vermieten, die nur drei bis vier Monate im Rahmen von Projekten nach Stendal kommen. Einige seien nicht eben pfleglich mit ihrer temporären Unterkunft umgegangen.

Derweil sind die Ausschreibungen für den Innenausbau beendet, die Aufträge erteilt. Die meisten Firmen stammten aus der Region, sagt Jircik. Sie zu finden, sei trotz des vielfach beklagten Mangels an Handwerkern kein Problem gewesen. „Die Auswahl war groß“, berichtet der SWG-Chef. Bevor es drinnen losgeht, müssten jedoch erst die Fenster eingebaut werden. Andernfalls sei das Risiko zu groß, dass sich Diebe über die Baustelle hermachen.

34 Wohnungen entstehen

Ist das 1,6 Millionen Euro teure Gebäude fertig, stehen 34 neue Wohnungen in direkter Nähe zu Hörsälen und Seminarräumen zur Verfügung. Damit fällt der Neubau etwas kleiner aus als das erste Wohnheim, das 55 Wohnungen bietet. Davon abgesehen werden sich die Gebäude nicht stark unterscheiden. Bei einer Größe von etwa 23 Quadratmetern sind die Zimmer mit einer Küchenzeile und eigenem Bad ausgerüstet. Einen Aufenthaltsraum wird es auch geben.

Daniel Jircik ist zuversichtlich, dass die Nachfrage nach den neuen Wohnungen das Angebot schnell übersteigen wird. Die bisherigen Erfahrungen sprechen jedenfalls dafür. Im ersten Wohnheim stand so gut wie nie ein Zimmer leer.