Stendal l SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik spricht von Instandhaltung, wenn er Bau- und Modernisierungsmaßnahmen umreißt, die in den Wohnungen stattfinden. Was drumherum stattfindet, also an den Wohnblöcken, sei Instandsetzung, erklärt er. Klingt unspektakulär, wird aber zu einer „spannenden Geschichte“, wie Jircik gern sagt, wenn man hört, dass die Wohnungsbaugesellschaft in diesem Jahr 5,6 Millionen Euro in attraktiveres Wohnen investieren wird: 2,37 Millionen in den Wohnungen, 3,2 Millionen an den Häusern, zum Beispiel, um sie mit Fahrstühlen auszustatten.

Hans-Schomburgk-Str. 34-43

Zehn Eingänge hat der Fünfgeschosser, die allesamt in diesem und dem kommenden Jahr Fahrstuhltürme an die Fassade gesetzt bekommen. Die ersten drei Eingänge sind in diesem Jahr dran. Jircik rechnet mit viereinhalb Monaten Bauzeit. Im März soll es losgehen, heißt, dass voraussichtlich schon im Sommer die ersten 30 Wohnungen per Fahrstuhl erreichbar sein werden. Knapp 400 000 Euro lässt sich die SWG das kosten. Jircik nennt zwei Gründe dafür.

Der erste und wesentliche: „Die Leute, die in diesem Haus wohnen, sind im Durchschnitt Ende 50, Anfang 60. Wir möchten Voraussetzungen schaffen, dass sie noch recht lange hier wohnen bleiben können.“ Grund Nummer zwei ist ein Förderprogramm des Landes, das die SWG hier „mal ausprobieren“ möchte. Die SWG bekäme demnach eine 50-Prozent-Förderung. „Finde ich ganz toll“, gibt der SWG-Chef gern zu und hat dabei auch die Mieter im Blick. Für die werde sich die Miete nach Abschluss der Arbeiten, also 2019, um nur zehn Cent pro Quadratmeter erhöhen.

Dr.-Kurt-Schumacher-Straße 8-12

Das letzte unsanierte Hochhaus, dessen Nordgiebel 2017 mit einer New Yorker Straßenszene verziert wurde, wird der größte Brocken sein, den die SWG in diesem Jahr angeht. Geplant ist, die Brüstungsplatten sämtlicher Balkone auszutauschen und die Fassade, an der sie sich befinden, wärmezudämmen, inklusive neuer Farbgestaltung. Eine 450 000 Euro-Maßnahme. Damit nicht genug, bekommt die Rückfront des Hochhauses 2019 eine neue Fassade und Fahrstuhltürme, was noch einmal 550 000 Euro kosten wird. Die SWG investiert somit eine Million Euro in das Haus mit 120 Wohnungen.

Bergstraße 33 bis 33c

Weiter geht es im Norden von Stendal. 275 000 Euro will die SWG in die Hand nehmen, um die Balkone an diesem Viergeschosser in der Bergstraße zu erneuern. 32 Mietparteien kommen in den Genuss. Damit gäbe es dann nur noch einen SWG-Block in Nord, der keine Balkone hat: der Block gegenüber der 33-33c. „Der ist 2019 dran. Und dann wird jeder Mieter von uns in Nord eine Wohnung mit Balkon haben“, verspricht Daniel Jircik.

Röxer Straße 71-75

Wohnen mit tollem Blick auf den Stadtsee, so beschreibt Daniel Jircik den Block in der Röxer Straße 71-75, an dem die Sanierung in diesem Jahr weitergeführt wird. 180 000 Euro will die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft in die Hand nehmen, um Dach und Fassade zu sanieren.

Karl-Liebknecht-Straße 9

Zwar gehört das Haus zu den kleineren Wohnstandorten der SWG, wird aber in diesem Jahr zu den Baustellen gehören, die eine komplexere Veränderung erfahren. Ein Fahrstuhlturm wird entstehen, und die Wohnungen werden einen neuen Zuschnitt bekommen.

2- und 3-Raum-Wohnungen

Eine weitere Maßnahme, mit der die SWG einer aktuellen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt Rechnung tragen will, wird das Ändern von Wohnungsgrundrissen sein. Jricik hat die Erfahrung gemacht, dass es nicht mehr die kleinen Single-Wohnungen sind, die im Trend liegen, sonder immer öfter wieder modern geschnittene 2- und 3-Raum-Wohnungen. Letztere zum Beispiel mit großem Bad, geräumiger Küche, einem Wohn- und einem separaten Esszimmer. Solche Wohngrundrissänderungen werden möglich, wenn zum Beispiel aus zwei 1-Raum-Wohnungen eine 3-Raum-Wohnung gemacht wird.

Die Umbauvarianten, die von der SWG favorisiert werden, könnten pro Wohnung zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten. Für zehn bis 15 Wohnungen würde das Geld reichen, das die Wohnungsbaugesellschaft Stendal in diesem Jahr für solche Grundrissveränderungen eingeplant hat. Es sind 250 000 Euro.

Arbeit noch für zehn Jahre

Von den 4000 Wohnungen, die von der Wohnungsbaugesellschaft in Stendal derzeit angeboten werden, seien 50 Prozent inzwischen komplett und nach heutigem Standard saniert, gibt Geschäftsführer Daniel Jircik zu Protokoll.

Weitere 30 Prozent seien in den 1990er Jahren teilsaniert worden, und für 20 Prozent des Wohnungsbestandes stehe die Sanierung noch aus. Daniel Jircik schlussfolgert daraus, dass die SWG – was Sanierungen und Modernisierungen von Wohnungen angeht – noch Arbeit für zehn Jahre vor sich habe. „Ich gehe davon aus, dass wir in dieser Zeit weitere 25 Millionen Euro investieren müssen.“