Stendal l Eine fixe Idee zu haben, geht gewöhnlich schnell. Sie umzusetzen, bedarf Zeit und vor allem der richtigen Leute.

Viel Zeit blieb den Ideengebern der Stendaler Volksstimme für das Projekt „Wir rocken das“ nicht. Die Corona-Krise hatte den Landkreis Stendal erreicht und in Windeseile das normale Leben lahm gelegt. Gaststätten und Geschäfte wurden geschlossen, alle Kulturveranstaltungen abgesagt. Mit „Wir rocken das“ sollten Menschen voneinander profitieren, Künstler in der Region , Gastronomen und Einzelhändler.

Ein Gewinn für alle

Trotz der Kürze der Zeit kamen die richtigen Leute zusammen, um das Gemeinschaftsprojekt zum Erfolg zu führen. Großer Überredungskunst bedurfte es nicht. Weder für jene, die das Konzept umsetzten, noch für jene, die als Partner in ihren Läden für die virtuellen Auftritte der Musiker warben und einen Obolus als „Eintrittsgeld“ sammelten. Am Ende war es ein Gewinn für alle Beteiligten, so die einhellige Meinung.

Die Geschäftsleute machten auf sich aufmerksam, nach dem Motto: Uns gibt es trotz Corona noch. Ebenso die Bands mit ihren Wohnzimmerkonzerten im Internet. Musik verbindet halt, Musik macht Spaß, bringt Freude „und manchmal auch ganz neue Erfahrungen“, sagt Frank Wedel.

Schnelle Umsetzng bei hoher Qualität

Der Inhaber der Musikerfabrik in Stendal knüpfte Kontakte zu den Bands, fungierte als Moderator und übernahm die technische Umsetzung des parallelen Facebook-Streams. Nun zum Abschluss des Projekts macht Frank Wedel keinen Hehl daraus, dass er von der „erstaunlich schnellen Umsetzung des Konzepts in einer solch hohen Qualität“ beeindruckt war.

Maßgeblichen Anteil daran haben neben Wedel selbst vor allem Dirk Andres und Thomas Butzek. Das Geschäftsführerduo der Stendaler Medienagentur VEB-Bild betrieb einen enormen Aufwand, um die Konzertmitschnitte zu produzieren. „Wir waren es ja gewohnt, zu filmen, nur nicht so lange“, sagt Dirk Andres und deutet auf den Unterschied zwischen einem Imagefilm für einen Kunden und einem Wohnzimmerkonzert hin. Während das Werbevideo bis zu zwei Minuten dauert, waren die Musiker eine ganze Stunde lang auf ihrer virtuellen Bühne im Internet zu erleben.

15 Stunden Filmmaterial

Bei den sieben Konzerten wirkten 17 Künstler mit, insgesamt ist 15 Stunden Filmmaterial zusammengekommen. Auch die Einspielungen von den Partnern und die Anmoderationen für die Konzerte hat VEB produziert. Und es nicht bereut, wirft Thomas Butzek ein. Zum einen haben die Filmaufnahmen, ob in einem Studio, im Wohnzimmer oder auf dem Bauernhof viel Spaß gemacht, zum anderen „haben wir bei der technischen Umsetzung viel gelernt und im Verlauf des Projekts gespürt, dass es hier doch so etwas wie Zusammenhalt gibt“, sagt Dirk Andres.

Beifall aus den USA

Diesen Eindruck bestätigt Frank Wedel. Es sei total stark gewesen, das Projekt mit lokalen Bands und Geschäftsleuten umzusetzen. Das habe eine große Verbundenheit erzeugt. „Sie ging sogar soweit, dass uns Leute aus der ganzen Welt zugeschaut haben.“ Aus den Kommentaren auf Facebook weiß Wedel, dass es Leute aus der Altmark waren, die weggezogen sind, und auch Menschen, die Fans der Altmark sind. „Oder wiederum Zuschauer, die mit Musikern in der Altmark befreundet sind, wie einige US-Amerikaner mit der Sängerin von „Stones & Flower“.

Die Vielzahl der Beifallsbekundungen aus dem In- und Ausland habe Wedel beeindruckt und gleichzeitig gezeigt: „Es macht Sinn, mehr auf die Künstler in der Altmark hinzuweisen.“ Aus diesem Grund ist zwar die Reihe der Wohnzimmerkonzerte abgeschlossen, doch steht das Projekt „Wir rocken das“ für neue Ideen offen.

Mitwirkende von April bis Ende Mai waren: Max Heckel und Aron Thalis , Tick2Loud, Uli Kirsch, Sandy und Zigge, Die Kreuzer, Stone und Flower sowie Nobody Knows. Als Partner Olivenbaum, Lavanderie, Hot Spot, Modehäuser Tonke, My Unverpackt und Shell-Station in Stendal sowie Kaffeerösterei und Exempel in Tangermünde, bei der technischen Umsetzung VEB-Bild und die Musikerfabrik Frank Wedel.