Langenweddingen l Nicht auf allen dieser Ansichtskarten ist ersichtlich, wann sie in den Postkasten geworfen wurden. Nur bei einer ist der Poststempel gut zu erkennen. Im Juli 1965 wurde sie geschrieben. Rosi schickt Urlaubsgrüße aus Langenweddingen nach Mühlhausen. Auch die Karte mit der Ansicht von der evangelischen Kirche St. Georg ist mit Urlaubsgrüßen versehen. Und die Urlaubsgrüße gingen nach Mecklenburg. Schließlich kamen die Karten, die in verschiedene Regionen verschickt wurden, wieder zurück zum Ursprung, zu einem Sammler in der Region.

Ganz offensichtlich haben die Absender von damals sich wohl gefühlt in dem Dorf in der Magdeburger Börde. Was in einem Ort, der sogar über ein Freibad verfügt, eigentlich verständlich ist. Heute kümmert sich der Förderverein Freibad um die Geschicke dieser Oase und stellt unter Beweis, dass gemeinsam mit bürgerschaftlichem Engagement viel zu schaffen ist. Auf das Freibad wollen die Langenweddinger nicht verzichten.

In die Geschichte einzutauchen, dabei hilft auch der Verein die „weddinger“. Die Geschichte des Ortes ist reich. Nachweislich beginnt sie mit dem 29. Juli 946, denn zu diesem Datum wird der Ort erstmals in einer Urkunde über eine Schenkung von Otto I. an das Moritzkloster zu Magdeburg erwähnt. Genauer gesagt trat Otto I. vor fast 1070 Jahren Besitzungen an das Bistum Halberstadt ab, unter anderem auch in Westerwattinge, so wurde das heutige Langenweddingen damals bezeichnet. Damit wurde das Moritzkloster in Magdeburg frei von allen Abgaben an das Bistum Halberstadt. Unter dem Namen Langenweddingen ist der Ort allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert bekannt.

Bilder

Zeitzeuge für die Jahrtausendgeschichte ist übrigens auch die Kirche St. Georg, die schon im 13. Jahrhundert nachgewiesen wurde. Der heutige Kirchenbau geht auf Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Mit Fördermitteln waren Restaurierungsarbeiten an der Kirche möglich.