Eggenstedt l Wie Schneetreiben würde es um die Mittagszeit in Eggenstedt aussehen, so Dietrich Ochsenfart, der ganz in der Nähe der aufgeforsteten Fläche wohnt, gegenüber der Volksstimme. „Es reicht schon aus, wenn der Wind etwas auffrischt und schon fliegen die Diestelsamen überall herum.“

Ausgleich für Natur

Die Fläche, die der Eggenstedter meint, ist eine sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme. Sie wurde im Zuge des Baus der Autobahn 14 - Nordverlängerung hier angelegt. Immer dann, wenn die Natur an einer Stelle durch Baumaßnahmen wegfällt, soll sie an anderer Stelle neu geschaffen werden.

Der Standort sei gemeinsam mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten bestimmt worden, teilte das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr auf Anfrage mit. Offensichtlich sei die Schließung des angrenzenden Waldbestandes des Hohen Holzes der Grund dafür gewesen.

In den meisten Fällen wird bei solchen Maßnahmen Acker- oder Brachland aufgebrochen, aufgeforstet und umzäunt.

Fachbetrieb in Aktion

So ist es auch in Eggenstedt geschehen. Im Auftrag des Landesentwicklungsministeriums hat ein Fachbetrieb diese Arbeiten übernommen. Doch neben den kleinen Baumsprösslingen fühlt sich wohl auch die Carduoideae sehr wohl. Von den kleinen Bäumchen ist längst nichts mehr zu sehen, denn bis zu zwei Meter hoch recken sich die Diesteln hier auf und überragen damit die Setzlinge.

Die Stachelpflanze kann im abgezäunten Areal zwar niemanden stechen, doch die tausenden Blüten, die auf dem etwa fünf Hektar großen Areal langsam verblühen, schicken mit dem Wind ihren Samen auf die Reise. Und die endet auf den Straßen, Wegen, Dächern und in den Gärten der Bewohner von Eggenstedt. Dietrich Ochsenfart ist verärgert.

Hilfe ist unterwegs

Doch Hilfe sei bereits unterwegs, teilte das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr gestern mit. Jener Fachbetrieb, der bereits die Aufforstung übernommen hatte, sei bereits auf den umliegenden Flächen unterwegs, um das Areal zu pflegen. „Der Pflegegang in Eggenstedt steht kurz bevor“, heißt es in der Antwort aus dem Ministerium. „Falls also dort etwas Unkraut steht, wird es in den nächsten Tagen bearbeitet.“