Wanzleben l Wer mit seinem Auto auf dem Bucherweg in Wanzleben unterwegs ist, darf sich mit dem Beginn des Kopfsteinpflasters auf so manche Überraschung am Wegesrand einstellen. Rechts und links der Fahrbahn finden sich illegale Ablagerung von Müll aller Couleur. Darunter sind alte Autoreifen, blaue Plastiksäcke, angefüllt mit allerhand ekelhaften Überraschungen und alte Teppiche. Zu sehen sind auch ganze Hausstände, Geräteverpackungen und alte Regale. Frischer Grünschnitt, der sich gemütlich in die Landschaft schmiegt, ist noch die geringste Sorge des Ordnungsamtes der Stadt.

Dessen Leiter, Kai Pluntke, ist stinksauer auf die Umweltsünder, die die Umgebung verschandeln. „Das ist eine absolute Frechheit“, sagt er gegenüber der Volksstimme. „Erst einmal ist die Tatsache an sich schon schlimm.“ Dazu komme noch, dass die Stadt erst kürzlich die Beräumung veranlasst habe. „Jetzt sieht es hier schon wieder so extrem aus wie zuvor“, sagt Pluntke. „Das geht mir und den Mitarbeitern in der Verwaltung wirklich über die berühmte Hutschnur.“

Unrat gerade erst beräumt

Umweltbewusste Bürger sehen das ebenso, mehrere von ihnen haben sich ebenfalls bei der Redaktion gemeldet und ihrem Unmut zu diesem Thema Luft gemacht. Dabei wurde auch Unverständnis laut, denn viele der entsorgten Rester werden von der Müllentsorgung des Landkreises kostenfrei von Zuhause abgeholt, dazu genügt ein Anruf für eine Terminvereinbarung.

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„Vor gut 14 Tagen ist die Abfallentsorgung des Landkreises hier tätig gewesen und hat den Unrat weggeräumt“, berichtet Kai Pluntke. „Jetzt hat sich schon wieder eine Größenordnung angesammelt, die ein Multicar ganz sich nicht bewältigen kann.“

Dabei ist der Bucherweg schon seit Jahrzehnten ein beliebter Ort für „Mülltouristen“. Im Jahresverlauf veranlasst das Ordnungsamt gleich mehre Beräumungsaktionen, die dann vom Landkreis umgesetzt werden. „Grundsätzlich sind aber schlichtweg alle Feldwege betroffen“, merkt Pluntke an. „Ein besonderes Beispiel ist auch der von Wanzleben nach Klein Wanzleben. „Wir können uns immer wieder auf das selbe Theater einstellen.“

Bußgeld bis zu 5000 Euro

Hin und wieder finden sich auch Nachweise, woher der Müll stammen könnte, denen gehe das Ordnungsamt auch nach. „Das sind aufgefundene Briefe oder direkte Anzeigen von Bürgern, die sich Kennzeichen aufgeschrieben haben“, schildert der Ordnungsamtschef. Angesichts des enormen Aufkommens an Müll denke die Verwaltung über den Einsatz von Kameras nach.

„Wir besetzen auch verstärkt eine Spätschicht und schauen zu unüblichen Zeiten nach dem Rechten“, betont Kai Pluntke. „So haben wir einige Übeltäter auch schon auf frischer Tat ertappt.“ Umweltsünder hätten durchaus mit empfindlichen Strafen zu rechnen. „Ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro ist da durchaus drin“, erläutert der Leiter. „Viele vergessen allerdings, dass die illegale Entsorgung von Sondermüll ein Strafbestand ist.“ Dann gelten hier ganz andere Vorgaben, die über ein noch empfindlicheres Bußgeld bis hin zu fünf Jahren Haft reichen können. „Asbest beispielsweise ist so ein Fall“, betont Pluntke.

Da im Bucherweg auch die Annahmestelle der Abfallentsorgung zu finden ist, hat der Ordnungsamtschef außerdem eine Vermutung. „Wenn den Leuten die ordnungsgemäße Entsorgung aus welchen Gründen auch immer zu teuer oder mühselig ist, dann landet dieser halt ein paar Meter weiter“, sagt er. „Mir selber wurde dort erst kürzlich mitgeteilt, dass meine Menge an Grünschnitt nicht haushaltsüblich sei, wobei ich zur Zuzahlung bereit war.“ Pluntke empfiehlt dem Landkreis, hier künftig ruhig etwas großzügiger zu verfahren, um eventueller Illegalität vorzubeugen.