Seehausen l Der Aktionstag in der Stadt Seehausen begann mit Verzögerung, da ein leichter Regen das Gelände eindeckte. So zog sich der Aufbau der Stände etwas länger hin. Derweil legten die Alte-Herren-Fußballer des SV Seehausen schon einmal die ersten Würstchen auf den Grill und boten auch Kaffee und Kuchen an. Somit waren die Delegationen der teilnehmenden Institutionen und die ersten Festgäste schon einmal bestens versorgt.

Auch „Die jungen Wilden“ vom Wohnheim aus Haldensleben der Lebenshilfe Ostfalen waren unter den angereisten Besuchern. Sie hatten Trommeln im Gepäck und sorgten im Verlauf des Nachmittags für einen der Programmpunkte. Die acht Haldensleber begeisterten mit einer Mitmachaktion, bei der auch ordentlich geschunkelt und getanzt werden durfte. „Unsere Gruppe gibt es seit etwa sechs Jahren“, berichtete die Teamleiterin Michaela Karschewski. „Vornehmlich beschäftigen wir uns mit Tanzen, Aerobic und dem Musikmachen. Bei größeren Veranstaltungen sind wir immer mit dabei.“

Verbundenheit zur Lebenshilfe

Eine solche Großveranstaltung ist auch der Aktionstag in Seehausen für gewöhnlich. Allerdings hielt sich die Besucherzahl dieses Mal in Grenzen. Im Laufe der Veranstaltung kamen auch der Vorsitzende des Vereins Barriereloses Umfeld, Karl Mantwitz und der Vorsitzende des Behindertenverbandes von Sachsen-Anhalt, Jürgen Hildebrandt zu Wort. Diese erläuterten die Anliegen der Vereine und wiesen dabei auf die Wichtigkeit der Inklusion hin. Dirk Weinrich, Repräsentant der Kinderkrebshilfe in der Region, vergab für richtige Antworten auf Quizfragen zu den Fußballern des 1. FC Magdeburg Tickets und Souvenirs.

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Der Seehäuser Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch (parteilos) bedauerte gegenüber der Volksstimme die gesunkenen Besucherzahlen. „Alle, die da waren, haben ihr Kommen ganz sicher nicht bereut, zumal die Mitarbeiter und Helfer beteiligten Institutionen eine gute Arbeit geleistet haben“, sagte er. Er erinnerte noch einmal an die Anfänge der Zusammenarbeit der Stadt Seehausen mit der Lebenshilfe Ostfalen. „Das ist schon eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten“, befand Jockisch. So sei die Behindertenwerkstatt im Jahr 2001 in Betrieb genommen worden. Nur ein Jahr später war auch das Wohnheim am Sportplatz bezugsfertig.

„Das haben wir als Stadt unterstützt“, erläutert Jockisch. „Das Grundstück wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Über die Jahre sei eine enge Verbundenheit zur Lebenshilfe Ostfalen gewachsen. „Die Menschen mit Behinderung sind voll integriert und es gibt gute Kontakte zur Kindertagesstätte und zur Schule“, betont der Ortsbürgermeister. „Oft stellen wir etwas gemeinsam auf die Beine und viele Vereine beteiligen sich.“

Jockisch sprach aber auch über Probleme. So sei nach der teilweisen Freigabe des Kreisverkehrs Richtung Schermcke auch der Verkehr wieder stärker geworden. „Das ist ein Problem für die Mitarbeiter der Lebenshilfe Ostfalen“, stellte er fest. „Diese kommen nun einmal nicht so zügig über die Straße und manche Zeitgenossen fahren einen heißen Reifen.“ Der Antrag auf Errichtung eines Zebrastreifens sei abgelehnt worden – eine Lösung müsse jedoch möglich sein.