Wanzleben l Trubel herrschte zur Wochenmitte vorm Eingang des Wanzleber WoBau-Mehrfamilienhauses in der Windmühlenbreite 25d. Unter Pavillons saßen Menschen jeden Alters und ließen sich heißen Kaffee und selbst gebackenen Kuchen schmecken. In Sichtweite tobten Kinder quietsch vergnügt auf einer Hüpfburg und ließen sich in der Pause süße Zuckerwatte schmecken.

Organisiert hatte diesen Trubel der Verein Soziale Fundgrube des Bördekreises mit Sitz in Wanzleben. „Diese Ein-Euro-Tage organisieren wir drei mal im Jahr. Alle Artikel wie T-Shirts, Jeans oder Dinge für den Haushalt oder Spielzeug kosten heute nur einen Euro“, gab Steffi Bescherer, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins, Auskunft. Zusammen mit ihrer Tochter Dany Bescherer, der stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialen Fundgrube, war sie unermüdlich am Kaffeekochen, um die vielen Besucher am Nachmittag mit dem heißen Getränk zu versorgen. Ebenso mit leckerem Kuchen, den die Vereinsmitglieder selber gebacken hatten. Kuchen und Kaffee konnten die Besucher für wenig Geld kaufen.

300 Bedürftige sind registriert

Geleitet wird die Soziale Fundgrube des Bördekreises als Vereinsvorsitzende von der 83-jährigen Gisela Fertig. Ihr stehen zwölf Frauen und Männer zur Seite, die sich neben ihrer eigentlichen Arbeit ehrenamtlich für den Verein engagieren. Wie Steffi Bescherer erläuterte, sind in der Kartei der Sozialen Fundgrube 300 bedürftige Menschen registriert, die die Dienste in Anspruch nehmen. Darunter Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Flüchtlinge und immer mehr Senioren, deren Rente nicht ausreiche. Bevor diese Personen, die vornehmlich aus Wanzleben und den umliegenden Dörfern stammen, in die Kartei aufgenommen würden, führten die Vereinsmitglieder mit ihnen persönliche Gespräche, um ihre Bedürftigkeit festzustellen. Nach dieser Formalität stehe ihnen das Angebot der Fundgrube offen. Auch außerhalb der Ein-Euro-Tage würden die Angebote sehr preisgünstig zu haben sein. Eine Jeans koste bis zu drei Euro oder ein Kinderwagen drei Euro. Spielzeug würden die Vereinsmitglieder meistens kostenlos an die Kinder verschenken. „Da bringen wir es nicht übers Herz, Geld zu verlangen“, sagte Steffi Bescherer. Die leuchtenden Kinderaugen seien in diesem Augenblick Entlohnung genug.

Bilder

Um die Angebote der Sozialen Fundgrube des Bördekreises aufrechtzuerhalten, sei der Verein nach den Worten von Steffi Bescherer auf Spenden angewiesen. Regelmäßige Spenderin von Kleidung sei unter anderem Jana Giesler aus Magdeburg, die zusammen mit anderen Gebern den Ein-Euro-Tag in Wanzleben besuchte. Aber auch jeder andere Bürger, der gut erhaltene und tragbare Kleidung abgeben möchte, könne dies zu den Öffnungszeiten der Fundgrube tun. Die Soziale Fundgrube ist mittwochs von 14 bis 17 Uhr in der Wanzleber Windmühlenbreite 25d geöffnet. Neben der materiellen Hilfe stünden die Vereinsmitglieder ihren Besuchern mit Rat und Tat im Umgang mit Behörden zur Seite, sagte Steffi Bescherer. Auch verfüge die Fundgrube über ein Fahrzeug und könne mit ihm kleinere Transporte erledigen.