Lkw-Lärm nervt Klein Wanzleber - Verkehrsministerium und Bürgermeisterin wollen den Fall vor Ort prüfen

Anwohner fordern Tempo-30-Limit für Rübenlaster

Von Sabrina Trieger

Die Bewohner der Alten Hauptstraße in Klein Wanzleben haben die Nase vom Verkehrslärm der Rübenlaster vor ihrer Haustür auf der L 102 endgültig voll. Sie fordern ein Tempo-30-Limit für Lkw. Das Verkehrsministerium will jetzt die Forderung der Bürger durch den Landkreis prüfen lassen. Doch das kann Wochen dauern.

KleinWanzleben l Mit Beginn der Rübenkampagne poltern auch wieder die schwerbeladenen Lkw durch Klein Wanzleben in Richtung Zuckerfabrik. Den Lärm der Rübentransporter kennen die Bewohner seit Jahrzehnten. "Pro Stunde passieren rund 20 Rüben-Lkw die Alte Hauptstraße", weiß Anwohner Werner Streckel zu berichten. Manchmal seien es auch mehr, die rund um die Uhr quasi im Minutentakt den Bewohnern den letzten Nerv rauben. "Hinzu kommt, dass die meisten mit mehr als 50 Sachen durch die Ortschaft brummen", fügt Henning Knippig (64) hinzu.

Die Anwohner der Alten Hauptstraße (L 102) zwischen dem Festplatz bis zum ehemaligen Kulturhaus der Gemeinde, auf dessen Höhe es bereits vor Jahren einen Rübenlaster-Unfall gegeben hat, fordern jetzt für diesen Abschnitt ein Tempo-30-Limit.

"Ausschließlich für den Lkw-Verkehr während der viermonatigen Kampagne", erklären Karin und Wolfgang Senft ihre Forderung. "Am schlimmsten ist es, wenn die abgeladenen Lkw aus dem Werk Richtung Ampfurth rollen", erzählt Nachbar Knippig. "Wenn die Transporter unter Last an unseren Häusern in Richtung Zuckerfabrik vorbeifahren, ist die Lärmbelästigung auch schon schlimm, aber sobald ein abgeladener Lkw die Straße passiert und dann auch noch über die Gullydeckel mit über 50 Stundenkilometer donnert, klirren nicht nur die Gläser im Wohnzimmerschrank, sondern wackelt die gesamte Einrichtung."

Seine Tochter sei bereits vor zwei Jahren aufgrund der Lärmbelästigung aus der Wohnung im Erdgeschoss ausgezogen. "Sie hat den Lkw-Lärm einfach nicht mehr ausgehalten." Die meisten hier würden mittlerweile "nach hinten raus bei geschlossenem Fenster schlafen", weiß Knippig aus eigener Erfahrung zu berichten.

Neben der Tempo-30-Begrenzung fordern die Klein Wanzleber auch die Reparatur der elektronischen Geschwindigkeitsanzeige, die vor Jahren von der Zuckerfabrik gesponsert und an der L 102 aufgestellt worden war.

"Was wir als Anwohner fordern, ist nicht überzogen, wir verlangen nichts Unmögliches", sagt Wolfgang Senft. Das sieht auch Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) auf Volksstimme-Nachfrage so. Sie wolle das Thema Verkehrslärm durch die Rübentransporte auf einer Sitzung, die heute in der Zuckerfabrik zum Verlauf der aktuellen Kampagne stattfindet, ansprechen. "Hier treffen sich wie in jedem Jahr Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes und der Polizei. Ich werde die Bürgerforderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw ansprechen", erklärte sie. Dass die Tempo-Tafel im Ort defekt ist, sei der Verwaltung bekannt. "Ich werde mich kümmern, dass die Warn-Messtafel so schnell wie möglich repariert wird", sagte Hort zu.

Die Volksstimme fragte beim Verkehrsministerium nach, ob auf diesem Straßenabschnitt eine Reduzierung von 50 auf 30 km/h möglich sei. Pressesprecher Bernd Kaufholz sagte, dass das Ministerium die zuständige Verkehrsbehörde des Landkreises mit der Prüfung beauftragen werde.

"Die Mitarbeiter müssen die Situation erst einmal vor Ort einschätzen. Dazu wird dann ein Bericht angefertigt, der dann zurück ans Land geschickt wird." Das kann einige Wochen dauern. Ob deshalb mit einem Ergebnis der Prüfung noch innerhalb der laufenden Kampagne zu rechnen ist, bleibt insofern fraglich.