Literatur

Armin Strube aus Domersleben schreibt Kinderbücher in drei Sprachen

Sebastian Armin Strube schreibt seit gut zwei Jahren Kinderbücher und das in drei Sprachen: in Deutsch, Plattdeutsch und Magdeburger Platt. Damit setzt er eine ganz neue Idee um und bekommt dabei Unterstützung, nämlich aus Domersleben von Rosemarie Mendt. Diese ist in der Börde eine Kapazität, wenn es um die Mundart geht.

Von Christian Besecke
Sebastian Armin Strube und Rosemarie Mendt präsentieren die drei Kinderbücher und eine Konzeptidee für das nächste Werk.
Sebastian Armin Strube und Rosemarie Mendt präsentieren die drei Kinderbücher und eine Konzeptidee für das nächste Werk. Foto: Christian Besecke

Domersleben l Der Autor gibt sich beim Termin mit der Volksstimme sehr bescheiden. „Ja, ich schreibe diese Bücher, verdiene aber kein Geld damit. Ich zahle eher noch drauf“, gibt er unumwunden zu. „Sie dienen eher zum Verschenken an Bekannte und Freunde.“ Sebastian Armin Strube schreibt seine Werke und lässt sie dann von einem Bezahl-Verlag drucken, dafür muss er entsprechend berappen. Aber das stört ihn nicht.

„Ich mache das, weil ich einfach meine Ideen umsetzen will, und wenn ich dann den Menschen damit eine Freude machen, dann ist das schön“, erzählt er. Denn eigentlich hatte alles damit begonnen, dass er seiner Tochter Hedda eine Freude machen wollte, indem er eine Geschichte schreibt und dann als Hörbuch vertont. „Das hat sich aber nicht so toll angehört“, sagt er. Da kam ihm dann die Idee, die Sache dreisprachig als Buch anzugehen.

Für das Bördeplatt war Rosemarie Mendt in Domersleben die beste Ansprechpartnerin, zumal der Autor selber in dem Ort aufgewachsen und erst im Schulalter nach Magdeburg gezogen ist.

In Sachen Magdeburger Mundart ließ er sich von der Germanistin Dr. Ursula Föllner von der Universität in Magdeburg beraten. Die Bebilderung übernahm mit Andreas Görtz, ein guter Bekannter von Sebastian Armin Strube, der sich mit seinen Zeichnungen in bislang drei Büchern immer weiter steigerte.

Die Idee hat Rosemarie Mendt schon vom ersten Moment an begeistert. „Da wollte ich mitmachen, denn solche Bücher gibt es in der Form bislang noch nicht“, erzählt sie. Für sie sei es wichtig, dass gerade Kinder beizeiten mit den alten Mundarten der Region bekannt gemacht werden. Wobei sie anmerkt: „Für uns Plattspräker ist das Magdeburgische immer eine Art lodderiges Deutsch gewesen, aber alles hat sicherlich seine Berechtigung und sollte bewahrt werden.“ Alles begann dann mit „Jünther juckts jewaltig“, danach folgten „Jünthers Jeburtstachsjeld“ und „Der Bengel hat Bammel“. Das vierte Buch ist der derweil in der Planung. Der Autor zeigt schon einmal einige Konzeptzeichnungen vor.

Strube absolviert gerade ein Referendariat an der Berufsschule in Oschersleben. In der freien Zeit setzt er sich an seinen Laptop und bringt seine Gedanken „zu Papier“. Dafür bietet sich immer wieder Gelegenheit.

„Es gibt so viel schlechtes Fernsehprogramm und gewisse Sendungen schaut sich meine Freundin Anita an, während ich lieber am Computer sitze“, sagt er. Im Fokus hat der 35-Jährige ganz klar seine Aufgabe als künftiger Lehrer. Die Bücher werden aber sein Hobby bleiben. Wobei er und seine fleißigen Helfer durch die Umsetzung in drei Sprachen schon echte Maßstäbe für die Branche setzen.

Das sieht auch Rosemarie Mendt so, die ihn weiter unterstützen will. „Durch Sebastian bin ich darauf gekommen, mir wieder einmal meine alten Gedichte und Geschichten anzuschauen“, sagt sie. Der Autor ist auch davon sehr begeistert. „Das alles können wir künftig ganz gut einarbeiten und verwenden“, äußert er sich. Umgesetzt hat er diese Idee schon einmal mit einem Gedicht, welches er von seiner Großmutter her kennt.