Domersleben l Nicht nur die Frage, wer auf welchen Flächen für die Laub- und Grünschnitt-Entsorgung zuständig ist, hatte auf der Informationsveranstaltung über die aktuell zur Debatte stehenden Straßenreinigungssatzung im Domersleber Kulturhaus die Gemüter der Bürger erhitzt.

Diskussion bei Info-Veranstaltung

Anwohnerin Ute Marschner hakte bei Bauamtsleiter Olaf Küpper, der als Vertreter der Stadt Rede und Antwort stand, nach, wie es denn nun mit den alten Bäumen „Unter den Linden“ weiter geht? „Die Bäume an der Kita müssten dringend ausgeästet werden. Da muss dringend etwas unternommen werden, damit die Bäume entlastet werden“, forderte die Domersleberin mit Nachdruck.

Ihr zur Seite sprang Domerslebens Ortsbürgermeister Helge Szameitpreuß: „Der Rat hat bereits beschlossen, dass die Bäume ,Unter den Linden‘ gefällt und Ersatz gepflanzt werden soll. Wir sehen hier keine andere Lösung. Bei den letzten Stürmen hat es fast immer einen Baum an der Kita entschärft. Bevor noch Schlimmeres passiert, muss hier gehandelt werden.“ Die Bäume seien bereits so geschädigt, dass der Ortschaftsrat keine andere Möglichkeit mehr sehe, als die Linden fällen zu lassen.

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Bäume "Unter den Linden" sollen weg

Zuletzt hatte es am 5. Oktober des Vorjahres einen alten Lindenbaum an der Kita „Pittiplatsch“ entschärft. Der Riese riss neben der Mauer an der Kita auch das Spielhaus der Kinder komplett mit sich. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Domersleber Kameraden rückten an und zerlegten den Baum in mehrere Einzelteile. „Die erste Linde war 2015 direkt auf die Kita gekracht“, weiß der stellvertretende Ortswehrleiter Benjamin Zeugner (33) zu berichten.

Als Feuerwehrmann und Familienvater könne er den Beschluss des Ortsrates, die alten Bäume gegen neue zu ersetzen, nur befürworten. „Die frischen Bäume können ja stehen bleiben. Aber die alten müssen aus Sicherheitsgründen dringend gefällt werden“, sagte er. Auch beim jüngsten Sturm am 18. Januar hatte es auf dem Gelände der Kita wieder einen Baum entwurzelt. Dieses Mal war hier eine Tanne umgestürzt.

Dass die Stadt bereits einen entsprechenden Antrag auf Fällarbeiten beim Landkreis gestellt hat, erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper. „Denn sobald wir nur einen einzigen Baum wegnehmen wollen, müssen wir den Landkreis erst einmal um Erlaubnis bitten. Da es sich hier auch noch um eine ganze Allee handelt, muss das von der zuständigen Behörde erst noch geprüft werden.“

Mehrere Examplare auf Kita gestürzt

Die Kosten für einen Kahlschlag der morschen Linden plus Neupflanzungen schätzt der Amtsleiter auf mindestens 25.000 Euro. Der Landkreis habe die Kommune auch schon wissen lassen, dass es eine Baumschau geben soll. „Sie wollen sich die Bäume zunächst im belaubten Zustand ansehen“, hieß es aus dem Wanzleber Rathaus.

Hier wartet man bezüglich der Debatte um die Änderung der Straßenreinigungssatzung indes noch auf das Votum der Ortschaftsräte. „Es stellt sich die Frage, ob wir auch weiterhin die Kommunalstraßen maschinell reinigen wollen. Wenn ja, müssten wir uns als Stadt für das 80 Kilometer lange Streckennetz eine neue Kehrmaschine zulegen. Denn die alte schafft es nicht mehr, alle Straßen zu kehren, und eine neue, die auch schwierigere Straßenverhältnisse bewältigen würde, kostet mindestens 200.000 Euro“, rechnet Küpper vor.

Um Kosten für jene Neuanschaffung zu sparen, lautet der Vorschlag der Verwaltung, nur noch klassifizierte Straßen und damit nur noch 20 Kilometer alle 14 Tage maschinell zu reinigen. Befürworten die Ortsräte den Vorschlag, 60 Kilometer aus dem Streckennetz der Kehrmaschine zu streichen, wäre zwar zunächst die Kauf-Option für eine neue Kehrmaschine vom Tisch. Für die Säuberung jener dann entfallenen Straßenabschnitte wären aber die Anwohner wiederum in der Pflicht.