Seehausen l Der Grund für die Verzögerung bei der Sanierung der Seehäuser Kindertagesstätte „Seesternchen“ zeigt sich in Form eines Loches in der Decke des Obergeschosses. „Zu DDR-Zeiten wurde hier – sagen wir mal – eine interessante Konstruktion verbaut“, sagte Olaf Küpper, Bauamtsleiter der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde, zu Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch, der sich zusammen mit den Ortschaftsräten Kathrin Hanusch, Frank Müller und Martin Heine sowie Kita-Leiterin Ines Mönch in der Kindereinrichtung auf Spurensuche der Bauverzögerung machte. Das Loch in der abgehängten Decke gestattete einen Blick auf die gewagte Konstruktion.

Decke nur drei Zentimeter stark

Diese sozialistische Deckenkonstruktion aus Draht und Mörtel erlaube es nach den Worten des Bauamtsleiters nicht, den eigentlichen Plan der Innensanierung der Kindertagesstätte im Obergeschoss fortzusetzen. Der Plan sah vor, eine neue Decke unter die alte zu hängen. Das sei jedoch nicht möglich, weil die alte Decke lediglich drei Zentimeter stark sei und die Last der neuen Decke nebst Dämmmaterial und neuen Elektroleitungen nicht halten würde.

Deshalb habe sich die Stadt Wanzleben nunmehr dazu entschlossen, die alte Decke ganz rauszureißen und durch eine neue zu ersetzen. Was wiederum zu der Verzögerung bei der inneren Sanierung der Kindertagesstätte führt.

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Plan wurde geändert

Wie Bauamtsleiter Olaf Küpper bei der sich dem Rundgang durch die Kindertagesstätte anschließenden Sitzung des Ortschaftsrates Seehausen sagte, wird die alte Decke nach Feierabend und am Wochenende herausgerissen. So dass die Mädchen und Jungen, die im Untergeschoss der Kita während der Bauarbeiten oben weiter von ihren Erzieherinnen betreut werden, nicht durch Dreck und Staub belästigt würden.

Die Stadt habe sich nunmehr dazu entschlossen, eine für später geplante Wärmedämmung des gesamten Daches im Zuge der Deckensanierung vorzuziehen. Küpper rechne für die neue Variante der Deckensanierung mit Mehrkosten von bis zu 10.000 Euro. Diese Mehrkosten sollen den gesamten Investitionsrahmen von etwa 250.000 Euro nicht sprengen, da das Geld für die geänderte Bauausführung an anderer Stelle eingespart werde. „Im Februar sind die Kinder wieder drin“, wagte Olaf Küpper eine zeitliche Prognose zum Ende der Sanierung der Kindertagesstätte „Seesternchen“. „Am Ende haben wir dann moderne Räume für die Betreuung unserer Jüngsten“, freute sich Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch.

Mehrkosten von 10.000 Euro

Der Kindergarten in Seehausen, in dem jetzt die Kita „Seesternchen“ residiert, wurde im Jahr 1983 eingeweiht. Die Sanierung der Außenhülle erfolgte 2011. Im Zuge der Stadtsanierung hatte sich die Einheitsgemeinde entschlossen, jetzt das Innere auf den neuesten Stand zu bringen. In der Kita werden 95 Kinder in verschiedenen Altersgruppen von den Erzieherinnen um Leiterin Ines Mönch betreut. 40 Kinder der großen Gruppen sind während der Bauarbeiten in den Hort umgezogen. Die Kleinen bleiben in dem Bereich der Kita, wo nicht gebaut wird.