Wanzleben l „Die Stadt Wanzleben-Börde steht zu ihrer Bibliothek“, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos). Die freiwillige Aufgabe der Finanzierung der Stadt- und Kreisbibliothek sei ein so genannter weicher Standortfaktor, der dazu beitrage, das Leben in Wanzleben noch lebenswerter zu machen. Die Stadt gab 2018 für die Bibliothek laut Haushaltsplan 121.000 Euro aus.

Wie der Bürgermeister sagte, hat Dr. Ernst Isensee (CDU) als Vorsitzender des Stadtrates Wanzleben und Vorstandsmitglied im Förderverein der Bibliothek eine Zusammenarbeit mit der Bundes-Kulturstiftung auf den Weg gebracht. Die Vision sei klar. Die Stadt- und Kreisbibliothek solle nicht nur ein Ort des beschaulichen Lesens sein, sondern ein zentraler und offener Raum, in dem generations-, herkunfts- und interessensübergreifend Begegnung stattfinde.

Fit machen für die Zukunft

Um die Wanzleber Stadt- und Kreisbibliothek fit für die mediale Zukunft zu machen, hat das Kompetenzzentrum Stadtumbau in der Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft (Saleg) mit Sitz in Magdeburg ein Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig auf den Weg gebracht. Unter der Leitung von Prof. Ingo Andreas Wolf werden Masterstudenten im Rahmen des Seminars „Mediale Stadt“ neue produktive Raumkonzepte für die Stadt- und Kreisbibliothek erarbeiten. Auftakt des Kooperationsprojektes „Neuer produktiver Ort – Die Stadt- und Kreisbibliothek in Wanzleben-Börde“ bildete eine erste Ortsbegehung der Studenten in der Bibliothek.

In einem Gespräch zwischen Bürgermeister Kluge, Bibliotheksleiterin Verena Schillat und den Studenten wurde die derzeitige Situation dargestellt sowie Wünsche und Visionen geäußert. Ein Rundgang durch das Gebäude am Raßbachplatz 1, der auch die ungenutzte Terrasse, den Keller- und Dachbereich mit einbezog, brachte bereits erste Ideen bei den Studenten hervor. Die finalen Ergebnisse sollen im April 2019 abschließend präsentiert werden. Bürgermeister Thomas Kluge ist optimistisch: „Die Chancen der Umsetzung sehe ich bei 70 zu 30“. Möglich sei eine Förderung von bis zu 200.000 Euro für mögliche Umbauarbeiten in der Bibliothek. Ziel sei es, mit einem innovativen Bildungs- und Kulturangebot das kulturelle Leben in der Stadt nachhaltig zu verändern. Um diese Vision umzusetzen, seien kreative und vielfältige Nutzungsideen notwendig.

„Die Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben ist nicht nur eine Ausleihestelle, sondern hat sich zu einem Ort der Kultur und zum einem Ort der Begegnungen entwickelt“, sagte Verena Schillat. Wie die Leiterin der Bibliothek verdeutlichte, können in der Einrichtung der Stadt Wanzleben-Börde am Raßbachplatz 1 nicht nur etwa 29.000 Medien wie Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, CD oder DVD von den Nutzern ausgeliehen werden. „Die Bibliothek gibt Menschen einen Raum, ihre Kreativität zu zeigen, in dem sie ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Bilder im Lesesaal der Bibliothek auszustellen. Was auch sehr gern angenommen wird“, machte die Leiterin deutlich. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 15.500 Kinder und Erwachsene die Bibliothek. Die Ausleihe von E-Books und E-Audios über das Internet bereichert seit 2011 das Angebot zusätzlich. Die Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben ist dabei an ein Sachsen-Anhalt weites Netz angeschlossen.

Kooperation mit Kitas

Neben Ausleihen, Begegnungen und Kunst sieht sich die Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben hauptsächlich als einen Ort der Wissensvermittlung. Mit dem Programm „Bibfit“ werden Kinder mit den Möglichkeiten, die die Bibliothek bietet, vertraut gemacht. Sie lernen, wie sie Medien ausleihen und wie sie den Wissensschatz beim Ausarbeiten von Vorträgen bei ihrer Recherche nutzen können.

Außerdem hat die Stadt- und Kreisbibliothek Kooperationsverträge mit allen Kindertagesstätten der Kernstadt Wanzleben sowie denen in Domersleben und Hohendodeleben abgeschlossen. Hinzu kommen Partnerschaften mit allen Wanzleber Grundschulen, der Ganztags- und Gemeinschaftsschule sowie mit dem Börde-Gymnasium. Die Kinder und Jugendlichen sind regelmäßig bei Lesungen zu Gast. Außerdem veranstalten die vierte Klasse der Grundschule „An der Burg“ sowie die sechsten Klassen der Ganztags- und Gemeinschaftsschule sowie des Börde-Gymnasiums in den Räumen der Bibliothek ihre jährlichen stattfindenden Lesewettbewerbe. „Die Leseförderung ist dabei unsere Hauptaufgabe. Das Wort eröffnet die Welt“, ist sich Bibliotheksleiterin Verena Schillat sicher.