Remkersleben l Als „weiteres einsatzstarkes Jahr“ bezeichnet der Remkersleber Ortswehrleiter Andreas Uhde während der Jahreshauptversammlung das zurückliegende Jahr. 25-mal wurden die 16 Kameraden der Einsatzabteilung im Jahr 2016 alarmiert. Neben Bränden und Technischen Hilfeleistungen waren sie auch 13-mal gefordert, weil Brandmeldeanlagen fälschlicherweise ausgelöst hatten.

Wer die Einsatzstatistik genauer betrachtet, dem fällt auf, dass die Remkersleber Feuerwehrleute auch häufiger außerhalb der Ortsgrenzen zum Einsatz kamen – im Zuckerdorf Klein Wanzleben, in Seehausen oder auch in Bergen. „Der Personalmangel in den Ortswehren schreitet voran“, erläuterte Andreas Uhde auf Nachfrage, dass heutzutage meist mehrere Ortswehren gemeinsam alarmiert werden.

Kritik an neuem Zugkonzept

An dem neuen Zugkonzept, nach dem die Feuerwehren in der Stadt Wanzleben-Börde seit einiger Zeit bei größeren Schadenslagen in sogenannten Zügen ausrücken und auch mit Spezialaufgaben betraut sind, erkennt der Ortswehrleiter allerdings einige Mängel. „Der jüngste Großbrand in Groß Rodensleben hat gezeigt, dass die ortsansässige Feuerwehr im Ernstfall ihre Spezialaufgabe nicht ausüben kann, weil sie in die Erstaufgaben am Einsatzort voll eingebunden ist“, erklärt Andreas Uhde und ist der Meinung, dass in solchem Fall die Wehr mit der Spezialaufgabe aus einem anderen Zug herangezogen werden müsste. Zu den Spezialaufgaben, die auch in den Ausbildungen geübt werden müssen, gehören unter anderem Bedienung der Drehleiter oder der Aufbau der Löschwasserversorgung. „Es steht der Mitgliedermotivation entgegen, die Spezialaufgaben zu üben, wenn wir dann im Ernstfall nicht alarmiert werden“, so Uhde weiter.

Trotzdem haben die Remkersleber Einsatzkräfte im vergangenen Jahr viel Zeit in ihre Ausbildung, vor allem am Standort, investiert. Damit alle Kameraden auch ihre 40 Pflichtstunden absolvieren können, war erstmals in den Dienstplan fast wöchentlich eine Ausbildungseinheit eingetragen. Mit Stolz verweist der Ortswehrleiter auf seine große Gruppe von Atemschutzgeräteträgern. Immerhin zehn wären im Ernstfall einsatzbereit. Damit würde die Remkersleber Wehr einen großen Anteil der, wie Andreas Uhde sagt, nur etwa 60 Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr der Einheitsgemeinde stellen.

Mit Blick in die Zukunft wurde im vergangenen Jahr ein weiterer Schritt zur Mitgliedergewinnung und -sicherung getan. Die Kameraden Robert Schildt und Patrick Köppe haben die Jugendfeuerwehr reaktiviert. Eine kleine Gruppen von Kindern und Jugendlichen kommt seitdem regelmäßig zum Dienst. Nicht zuletzt ist somit auch den aktiven Mitgliedern der Kinderfeuerwehr die Möglichkeit gegeben, ihrem Hobby weitere Jahre treu zu bleiben und später die Einsatzabteilung zu unterstützen.

Mitgliederzahl bleibt konstant

Einer von denen, die schon in der Jugendfeuerwehr die ersten Kontakte zu den Remkersleber Brandschützern hatten, ist Fabian Tuchen. Andreas Uhde fällt es schwer, den gut ausgebildeten Feuerwehrkameraden nun nach 18 Jahren ziehen zu lassen. Doch der junge Mann ist nach Seehausen verzogen und wird nun die dortige Wehr unterstützen. Mit einer Collage aus vielen Erinnerungen nahm er auf der Jahreshauptversammlung Abschied. Außerdem wurde Marcel Böhner für 20 Jahre Feuerwehr-Treue geehrt.

Insgesamt hält sich die Mitgliederzahl der Remkersleber Feuerwehr auf einem konstanten Level bei 39. Neben den 16 Mitgliedern der Einsatzabteilung, davon drei Frauen, bilden drei Kameraden die Alters- und Ehrenabteilung. Der Kinderfeuerwehr gehören acht Mitglieder an, der Jugendfeuerwehr fünf. Sieben passive Mitglieder komplettieren die Gesamtstatistik.

Die ersten beiden Einsätze des neuen Jahres gab es für die Remkersleber in der Silvesternacht. Nachdem in Klein Wanzleben eine brennende Hecke gelöscht werden musste, ging es von hier aus weiter zum zweiten Einsatz. In Remkersleben war ein Dachstuhlbrand gemeldet worden. Ausgelöst durch Feuerwerk hatte der Hauseigentümer noch vor dem Eintreffen des Löschzuges den Brand mit dem Gartenschlauch selber löschen können.