Wanzleben l „Die Risikoanalyse zeigt auch ein wesentliches Problem für die Stadt Wanzleben-Börde. Und zwar ist das die Löschwasservorhaltung“, sagt Kai Pluntke, Leiter des Amtes Ordnung und Soziales in der Stadtverwaltung und damit unmittelbar verantwortlich für die 13 Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde. Nachdem Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz seien nach seinen Worten die Gemeinden für die Löschwasservorhaltung zuständig. Für den ersten „Abgriff“ der Kameraden bei Bränden müssen Fahrzeuge mit ausreichend großen Löschwassertanks vorhanden sein.

Teiche und Zisternen schaffen

Die Analyse zeige deutlich auf, in welchen Ortsteilen zusätzliche Löschwasserentnahmestellen wie Teiche oder Zisterne zu schaffen seien. In Dreileben, Eggenstedt, Bergen, Hemsdorf, Klein Rodensleben, Groß Rodensleben, Klein Wanzleben und Seehausen seien vorhandene Löschwasserentnahmestellen zu ertüchtigen oder neue zu errichten. „Wegen der allgemeinen Entwicklung der Wasserlieferung durch das bestehende Hydrantennetz sind sämtliche Teiche und andere Gewässer innerhalb der Gemeinde zu erhalten“, heißt es in der Risikoanalyse. Zurzeit notwendige Gewässer seien auf Nutzbarkeit durch die Feuerwehr zu überprüfen und regelmäßig zu entschlammen. Dabei müssen diese Entnahmestellen auf Saugtiefe, Anfahrbarkeit, Aufstellfläche sowie Nutzung zu jeder Witterung wie auch bei strengem Frost überprüft und womöglich ertüchtigt werden. In der Kernstadt Wanzleben hingegen ist die Löschwasserversorgung voll über das Hydrantennetz abgesichert.

Hydranten nicht für Feuerwehr

„Da der Trink- und Abwasserverband Oschersleben nicht für die Löschwasserversorgung zuständig ist, ist es oftmals so, dass vorhandene Hydranten durch die Feuerwehren nicht genutzt werden dürfen“, verdeutlicht Pluntke. Für die Stadt bedeute das, dass langfristig Mittel in Millionenhöhe investiert werden müssen, um den Grundschutz an Löschwasser zu gewährleisten, wird der Ordnungsamtsleiter deutlich. Dieses Problem sei landesweit zu verzeichnen und kein rein Wanzleber. Problematisch seien nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch die Wartung und der höhere Zeit- und Personalaufwand im Einsatzfall. „Hier sollten die Wasserverbände, die ja durch die Gemeinden gebildet wurden um deren Aufgabe der Wasserver- und entsorgung zu übernehmen, wozu sicherlich auch Löschwasser zählen kann, sich mehr mit dem Thema beschäftigen und die Gemeinden mit den entsprechenden zentralen Leitungsnetzen und Hydranten unterstützen“, fordert Pluntke im Namen der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde.

Stadtrat bekennt sich zu Feuerwehren

„Der Wanzleber Stadtrat bekennt sich zu seinen Feuerwehren“, versichert Kai Pluntke. Regelmäßig würden Umfragen zu den vertrauenswürdigsten Berufsgruppen durchgeführt und die Statistik zeige jährlich die Gruppe der Feuerwehrleute an erster Stelle mit Umfragewerten von mehr als 95 Prozent aller Befragten. Auch die Befragung im Rahmen der Aufstellung des Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Wanzleben-Börde zeige deutlich, dass für 99 Prozent der Befragten die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr wichtig und 84 Prozent der Befragten mit der Einsatzbereitschaft zufrieden seien.

Großer Zuspruch für die Brandschützer

„Zufällig entspricht der letztgenannte Werte dem Erreichungsgrad, welcher tatsächlich das Sicherheitsniveau darstellt. Auch der kürzlich veröffentlichte Gemeinwohlatlas zeigt, dass die Feuerwehren den größten Anteil am Gemeinwohl in der Bundesrepublik leisten“, sagt der Wanzleber Amtsleiter Pluntke.