Wanzleben l Thea Wünsch sitzt in einem Gastraum des ehemaligen Hotels „Sukowa“ im Bucher Weg in Wanzleben. Sie ist Miteigentümerin des Gebäudekomplexes, der einmal Ländliches Ausbildungszentrum und viel später eine Unterkunft für Asylbewerber war. Jetzt vermieten die Eigentümer an Migranten, die einen gültigen Aufenthaltsstatuts in Deutschland haben. Die Miete bezahlt das Sozialamt. Die Bewohner stammen zum größten Teil aus Syrien, Eritrea und Afghanistan. In der Nacht zum 5. März werden die 24 Frauen, Männer und Kinder wegen eines Feuers in ihrer Unterkunft jäh aus dem Schlaf gerissen. Ein Mann aus Marokko hatte in einem der Zimmer das Feuer vorsätzlich gelegt.

Bestandsaufnahme im Haus

Thea Wünsch wartet auf ihren Versicherungsvertreter. Der will sich gemeinsam mit Bauexperten anschauen, wie hoch der Schaden ist, den das Feuer in der Unterkunft angerichtet hat. Im Zentrum des Schadens stehen mehrere Zimmer und am Ende des Flurs eine Küche. In einem dieser Zimmer hatte der Marokkaner (28) nach bisherigen Ermittlungen der Polizei das Feuer gelegt, weil er mit einem Syrer (47) in Streit geraten war. Der Syrer war in der Brandnacht nicht in der Unterkunft. Bei dem Streit soll es nach Volksstimme-Informationen um eine geringe Summe Geld gegangen sein.

Nach Streit Brand gelegt

„Es ist eine Katastrophe, das hätte alles nicht sein müssen“, schüttelt Thea Wünsch ihren Kopf, wenn sie an die Sinnlosigkeit dieser Brandstiftung denkt. Nicht auszudenken, wenn dabei Menschen ums Leben gekommen wären. So blieb es bei zwei Männern aus Afghanistan und Eritrea, die wegen Verdachts der Rauchgasvergiftung behandelt wurden. Der Brandstifter sitzt in Untersuchungshaft und wartet auf sein Gerichtsverfahren

Weit mehr als 100.000 Euro

In dem Bereich der Wohnanlage, in der das Feuer am stärksten gewütet hat, riecht es jetzt immer noch stark nach Qualm. Der eigentliche Eingang zum Haus vom Bucher Weg aus ist vorerst gesperrt. „Wir wollen die Zimmer und vom Brand betroffenen Bereiche so schnell wie möglich wieder herrichten, so dass sie wieder bewohnt werden können“, gibt sich Thea Wünsch entschlossen. Der Sachschaden liege ihrer Meinung nach weit über den von der Polizei geschätzten 100.000 Euro. Die Renovierung von Zimmern, Küche und Flur werde nach den Worten der Miteigentümerin mehr als ein halbes Jahr dauern. Obwohl die Zimmer derzeit unbewohnbar sind, habe noch kein Bewohner die Mietunterkunft verlassen müssen. „Wir konnten alle betroffenen Bewohnern in anderen Zimmern unterbringen“, freut sich Thea Wünsch über einen Teilerfolg in dieser scheinbar aussichtslosen Situation. Aktuell habe sie 36 Mieter unter Vertrag.

Laden öffnet heute die Türen

Einen Erfolg kann auch Stephanie Sperling verkünden. Sie ist bei den Vermietern angestellt und kümmert sich als Chefin der Wohnanlage sozusagen um alles. „Der Frisör im Obergeschoss öffnet am heutigen Mittwoch um 7 Uhr wieder für die Kunden“, sagt sie. Auch die Räume des Ladens waren durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden und mussten erst renoviert werden.