Osterweddingen l Das Industriegebiet im Sülzetal ist gut ausgelastet. Im Laufe der Jahre haben sich hier zahlreiche Unternehmen niedergelassen. Viele von ihnen werden regelmäßig beliefert oder liefern selbst aus.

Und so rollen täglich schwere Fahrzeuge über Straßen, die dem Verkehr längst nicht mehr standhalten können. In regelmäßigen Abständen müssen Fahrbahnen repariert werden. Wie Verkehrsgutachten belegen, benötigt das Industriegebiet eine neue Anbindung an die Bundesstraße 81 (B 81). Fred Fedder, Wirtschafts- und Entwicklungsplaner der Gemeinde Sülzetal: „Wir planen eine regional sinnhafte und nachhaltige Lösung.“

Fedder geht davon aus, dass sich der Verkehr noch weiter erhöhen wird. „Die Stadt Magdeburg plant unmittelbar im Anschluss an unseren Gewerbepark Sülzetal ein eigenes großflächiges Industriegebiet‘, sagt Fedder, und: „Auch die Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde sieht im gegenwärtigen Flächennutzungsplan eine Erweiterung ihres Gewerbegebiets vor.“ Vor diesem Hintergrund müsse nun im einvernehmlichen Miteinander an einer nachhaltigen und regionalen Standortentwicklung gearbeitet werden.

Laut dem Wirtschaftsplaner sind derzeit die jeweiligen Arbeitsgruppen dabei, technische Lösungsmöglichkeiten und Finanzierungsmodelle zu erstellen. In konstruktiver Zusammenarbeit seien hier der Landkreis Börde und die Landeshauptstadt sowie das Sülzetal aktiv.

Das Investitionsvorhaben des Sülzetals sieht zwei separate Maßnahmen vor, die nach ihrer Realisierung die Verkehrs-Infrastruktur verbessern sollen. Das sind die Schaffung einer neuen Anbindung der Industriegebiete an die Bundesstraße 81 und der grundhafte Ausbau der Kreisstraße 1224 auf den Gebieten der Gemeinde Sülzetal und der Landeshauptstadt.

Dass die Landeshauptstadt die Notwendigkeit einer Beteiligung an den Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten der neuen Brückenanbindung erkannt hat, steht für Fred Fedder außer Frage. Immerhin seien in den einzelnen Arbeitsgruppen nun auch die Vertreter des Magdeburger Stadtplanungsamtes neben den Kollegen der Magdeburger Wirtschaftsförderung involviert.

Die Planungsarbeiten dürften in diesem Zusammenhang noch einmal einen Anschub bekommen, denn schon bald wird sich nach Auskunft Fedders ein Wirtschaftsbeirat im Sülzetal gründen. „Ich gehe fest davon aus, dass dieses Gremium die Optimierung der Verkehrsinfrastruktur als eines der ersten Themen massiv begleiten und konstruktiv unterstützen wird. Neben Vertretern der Großindustrie gehören branchenübergreifend Vertreter des Mittelstandes, unserer Handwerkerschaft und selbstverständlich der örtlichen Landwirtschaft dazu.“

Rainer Nitsche, Beigeordneter der Stadt Magdeburg, berichtet, dass die Stadt Magdeburg beim Gewerbegebiet „Eulenberg“ nun in die konkrete Planungsphase mit einem Grundstücksmanagement eingetreten sind. „Im April soll der Stadtrat Magdeburgs dazu eine Vorlage erhalten.“

Wenn der Stadtrat diese Vorlage befürworte, würden die weiteren Schritte folgen. Momentan sei das Gewerbegebiet Eulenberg von zwei Seiten erschließbar, erklärt Nitsche. Zum einen vom Norden her, aus Richtung Wanzleben. Zum anderen vom Süden her. „Hier können wir gemeinsame Sache mit der Gemeinde Sülzetal machen, indem wir eine zusätzliche Abfahrt von der B 81 planen.“ Das könne dann eine autobahnähnliche Abfahrt werden. Dies sei eine Ergänzung zu dem, was das Sülzetal plant. Nitsche: „Wir können uns da aber noch Zeit lassen.“

Das Sülzetal habe jedoch ein dringendes Interesse an einem schnellen Fortschritt der Maßnahmen am Gewerbegebiet, da zwischenzeitlich alle Flächen vermarktet wurden und überwiegend Logistiker die Standortvorteile nutzen. Aus diesem Grund gebe es auch schon sehr weitreichende Planungen, so Fedder.

Nitsche: „Wir wollen das natürlich auch nutzen. Das gesamte Bauprojekt liegt auf Sülzetaler Gebiet. Aber wir arbeiten trotzdem mit der Gemeinde zusammen, weil wir diesen Anschluss gemeinsam nutzen wollen. Ab einer gewissen Phase werden wir uns auch, was die Bewirtschaftung und Unterhaltung der Anbindung anbelangt, an den Kosten beteiligen.“

Ohne dieses neue Gewerbegebiet auf 400 Hektar könne sich Magdeburg nicht industriell und wirtschaftlich weiterentwickeln, betont der Magdeburger Beigeordnete gegenüber der Volksstimme.

Der Leiter des Bauamts in der Einheitsgemeinde Wanzleben-Börde, Olaf Küpper, sagt, dass „sein Amt dabei ist, den Flächennutzungsplan auch für ein neues Gewerbegebiet vorzubereiten. Wir stellen gerade den Entwurf dafür auf“.

Die Art der Anbindung des Gewerbegebiets könne man darauf noch nicht sehen. „Das ist darauf noch nicht eingezeichnet“, sagt Amtsleiter Küpper. Die ausgewiesene Fläche setze aber schon voraus, dass es hier eine gemeinsame Erschließung mit der Gemeinde Sülzetal und der Stadt Magdeburg gebe.