Wanzleben l Der Lockdown soll noch mindestens bis zum 7. März verlängert werden. Das heißt auch, dass die Kindertagesstätten bis voraussichtlich Anfang März für einen Teil der Kinder weiterhin geschlossen bleiben müssen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen können die Kinder die Notbetreuung der städtischen Einrichtungen in der Stadt Wanzleben-Börde nutzen. Für eine Kita heißt das: Notbetreuung von über 100 Kindern.

In der Kita „Pittiplatsch“ in Domersleben sind es hingegen insgesamt 24 Kinder, die für die Notbetreuung angemeldet sind. Normalerweise laufen insgesamt 68 Kinderfüße über die Flure der Einrichtung. Allerdings greift das Angebot entsprechend der aktuellen Corona - Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt nur unter bestimmten Voraussetzungen. Einen Anspruch auf Notbetreuung für ihre Kinder haben unter anderem die zur Wahrnehmung der „notwendigen Bildungs- und Betreuungsaufgaben erforderlichen Beschäftigten“, dementsprechend Lehrer und Erzieher. Zudem können betreuungsbedürftige Kinder unter 12 Jahren sowie Kinder mit einer Behinderung weiter betreut werden. Letzteres gilt jedoch nur dann, wenn ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, ohne dass eine private Betreuung möglich ist und die Eltern nicht von zu Hause arbeiten können, heißt es weiter unter Paragraph 11 der aktuellen Eindämmungsverordnung. Doch auch Eltern, die bisher keinen Platz für ihr Kind in der Notbetreuung bekommen haben, versuchen es weiterhin. „Der Frust ist da“, sagte Angela Wilde, Leiterin der Kita „Pittiplatsch“. Allerdings nicht nur bei den Erwachsenen. Auch die Kinder würden ihre Freunde vermissen. Die meisten verstehen jedoch, warum ihre Freunde nicht in die Kita kommen können, sagte Wilde.

Kinder vermissen ihre Freunde

Auch in der Kita „Bussi Bär“ in Groß Rodensleben wollen die Kleinen endlich wieder mit ihren Freunden spielen. Vor allem die älteren Kinder wissen, dass die Pandemie der Grund ist, weshalb nicht alle Kinder kommen können. „Die Kinder achten auch untereinander auf Hygieneregeln“, sagte Ilka Nachtigall, Leiterin der Kita. Hustet jemand nicht in die Armbeuge, spricht ein anderes Kind denjenigen darauf an, sagte sie weiter. Schade sei es, dass sie die Senioren im Ort nicht mehr besuchen können. Wurde ein runder Geburtstag gefeiert, kam die Gruppe vorbei und sang ein kleines Ständchen. Das fehle sowohl den Kindern als auch den Senioren, die sich immer wieder darüber gefreut hätten. Dennoch seien die Kleinen viel an der frischen Luft und gerade das Wetter hat sich bestens für einige Rutschpartien und tolle Schneeengel geeignet. Eine Faschingsfeier soll es zunächst nicht geben, sagte Nachtigall. Das sei den Kindern gegenüber unfair, die momentan nicht die Kita besuchen können. Deshalb ist ein Kostümball geplant, der stattfinden soll, wenn alle Kinder wieder da sind, sagte sie weiter.

Da in der Kita „Bussi Bär“ nur 21 Kinder notbetreut werden, kümmern sich die Erzieher, die nicht eine der Gruppen betreuen, um Aufgaben, für die sonst keine Zeit da sei. Einige seien auch im Homeoffice. Dort werden unter anderem Portfolios oder Gruppenarbeiten ausgearbeitet und gerade auch Elternbriefe geschrieben.

Die momentane Situation verlangt allen einiges ab. Der Kita-Leiterin ist aufgefallen, dass es durch die Notbetreuung insgesamt ruhiger in der Einrichtung geworden ist. „Der Lautstärkepegel ist auch bedeutend ruhiger“, sagte sie. Dadurch sei das Arbeiten entspannter. Bei den „Sarrezwergen“ in Wanzleben sieht das hingegen ganz anders aus. 105 Kinder sind für die Notbetreuung angemeldet, informierte Kita-Leiterin Marion Liehr. Vor Corona wurden in der Einrichtung insgesamt 170 Kinder betreut. Im Hort nutzen 33 von 100 Kindern die Notbetreuung. „Da kann man nicht mehr von Notbetreuung sprechen“, sagte Liehr. Der Kita-Alltag gestaltet sich daher eigentlich wie sonst auch, da mehr als die Hälfte der Kinder weiterhin von den Eltern in die städtische Einrichtung gebracht wird. Am Anfang seien es noch nicht so viele Kinder gewesen, erinnert sich Liehr. Erst seit Mitte Januar sei die Zahl der Anträge auf Notbetreuung gestiegen.

Anträge seit Januar stark gestiegen

Vor allem auf die Hygiene zu achten sei anstrengender geworden. So muss zum Beispiel darauf geachtet werden, dass die Gruppen sich nicht untereinander mischen. „Wir haben eine Kollegin, die nur für die Hygiene zuständig ist“, sagte Liehr. Sie wischt daher regelmäßig die Krippe oder desinfiziert alle Türklinken und Lichtschalter, nachdem die Eltern ihre Kinder gebracht haben.