Wohnhaus und Scheune sind kaum noch zu retten

Das Nebengebäude der alten Schlachterei am Markt 12 ist stark einsturzgefährdet

Von Gudrun Billowie

Kroppenstedt l Das Gebäude Markt 12, in dem einst die Rind- und Schweineschlächterei von Gutav Düben residierte, steht leer. Die Nebengebäude, wie die alte Scheune, sind stark einsturzgefährdet und müssen nach dem Willen des Landkreises umgehend abgerissen werden. Der Kroppenstedter Stadtrat musste dem Abriss zustimmen. Auf der Sitzung am vergangenen Donnerstag wurde der Beschluss gefasst. Trotzdem wird die Zukunft des Objektes noch einmal im Bauausschuss diskutiert.

"Dieses Gebäude ist erhaltenswert", sagte Harald Wiese (FDP). Er mochte sich nicht damit anfreunden, dass diese alte Bausubstanz aus dem Ortsbild verschwindet und schlug vor, ob das Gebäude nicht womöglich verschenkt werden könne.

Das ebenfalls baufällige Wohnhaus soll derzeit nicht zwingend abgerissen werden, die akute Gefahr geht derzeit vom Nebengebäude aus. "Die statischen Bauwerksteile sind soweit defekt, dass die Kräfte nicht mehr abgeleitet werden können", heißt es im Gutachten des Landkreises und der Stadt, "die Standsicherheit ist nicht mehr gegeben und der Einsturz vorprogrammiert."

Das kann besonders gefährlich werden, zumal das Gebäude an öffentliche Verkehrsflächen grenzt. Ein Bus fährt dort entlang und der Weg ist der Schulweg für Kinder. Lose Bauteile wie Ziegel oder Putz können direkt auf die Straße oder den Fußweg fallen und dabei Personen oder Fahrzeuge beschädigen.

Die Frage, ob das Nebengebäude einstürzt, steht für die Experten nicht. Es ist lediglich eine Frage der Zeit und deshalb wollen sowohl der Landkreis als auch die Verwaltungsgemeinschaft sofort den Abbruch veranlassen. Die Stadt soll dafür 15000 Euro aus dem Stadthaushalt bereitstellen.

Bürgermeister Joachim Willamowski und Monika Schmidt (beide CDU) sehen das Wohnhaus als nicht sanierungsfähig an. Nachdem die einzige Bewohnerin verstorben war, steht es schon lange leer. "Die Sanierungskosten wären immens", gibt Monika Schmidt zu bedenken, "wer soll das bezahlen."