Spaßbad Wanzleben

Debatte über Schwimmkurse

Die Schwimmkurse im Spaßbad Wanzleben für die Kinder der Kindertagesstätten (Kitas) in der Einheitsgemeinde Wanzleben gehen munter voran. Jetzt haben die „Sarrezwerge“ ihre Seepferdchen abgelegt. Durch viele Nachholkurse sind die Schwimm-Meister langhin ausgebucht.

Von Christian Besecke
Die Kinder von der Kindertagesstätte ?Sarreszwerge? aus Wanzleben präsentieren stolz ihr Seepferdchen, welches sie kürzlich abgelegt haben.
Die Kinder von der Kindertagesstätte ?Sarreszwerge? aus Wanzleben präsentieren stolz ihr Seepferdchen, welches sie kürzlich abgelegt haben. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben - Die Situation in diesem Jahr ist eine besondere, da 2020 keine Kurse für Kinder angeboten werden durften. Daher ist der Andrang nun größer als je zuvor. Das hat zu Kritik von Eltern geführt (Volksstimme berichtete), die ihre Kinder privat bei Kursen unterbringen wollten. Die Verwaltung hat jedoch erklärt, dass zusätzliche Einheiten in diesem Jahr nicht drin sind und das Ausweichen in andere Schwimmbäder nahegelegt – so zum Beispiel ins Sülzetal nach Altenweddingen. Dort jedenfalls ist man für private Anfragen offen, da noch Potenzial vorhanden ist.

Eltern hatten dann auch bei Facebook Vorwürfe in Richtung der Stadt Wanzleben geäußert, die Verwaltung würde die beiden kirchlichen Kitas benachteiligen. Diese sind nämlich bei den Kursen für die Vorschüler nicht dabei, und die Eltern müssen sich selber Gedanken machen, wie sie ihre Kinder in Kursen unterbringen.

Allerdings ist dieser Vorwurf nicht ganz richtig und geht an die falsche Adresse. „Wir haben alle Kindertagesstätten von der Möglichkeit zur Teilnahme an den Kursen rechtzeitig informiert“, sagt Marion Richter vom Bauamt. Das sei eigentlich jedes Jahr so. „Über Angebote informieren wir als Stadt beizeiten und warten dann auf die Rückmeldungen“, versichert die Mitarbeiterin.

Einrichtungen werdengleich behandelt

Da keine solchen Reaktionen von den kirchlichen Kitas gekommen waren, wurden sie auch nicht berücksichtig. „Sollte künftig Interesse bestehen, dann würden wir uns über eine Kontaktaufnahme freuen und natürlich Kurse ermöglichen“, sagt Mario Richter. „Alle Einrichtungen werden von uns gleich behandelt.“ Allerdings müssten dann auch Eltern in den jeweiligen Kitas Bescheid geben, so dass diese eine Rückmeldung und Planung der Aktion vornehmen könnten.

Letztendlich sei die Verwaltung darauf angewiesen, dass das Interesse auf diese Weise bekundet werde. „Wir können jetzt nicht jedes einzelne Elternteil anrufen und nachfragen, ob Kurse gewünscht sind“,sagt die Mitarbeiterin. Da gelte es schon entsprechende Wege einzuhalten. Das sieht man übrigens in der Kindertagesstätten unter kirchlicher Trägerschaft ähnlich.

So zeigt sich Elke Wipper, Leiterin der katholischen Kita „St. Bonifatius“, erstaunt über die Vorwürfe gegenüber der Stadt. „Das entbehrt jeder Grundlage“, sagt sie. „Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und werden keinesfalls benachteiligt. So etwas stimmt ganz einfach nicht.“

Verwaltung informiertKitas über Kurse

Die Kita sei immer informiert worden, habe aber die Angebote in der Vergangenheit nie angenommen, vielmehr auf die Eigeninitiative der Eltern gesetzt. „Vom Personal her können wir eine Teilnahme an den Kursen auch nicht absichern, da die Kinder ja begleitet werden müssen“, betont Elke Wipper.

Bei der evangelischen Kita „Regenbogen“ ist der Fall in etwa ähnlich gelagert. „Wir haben ebenfalls nicht genug personal, um das abzusichern“, bestätigt Leiterin Kerstin Klein. „Außerdem müssen wir ein ganzes Stück durch die Stadt laufen, um zum Spaßbad zu gelangen.“ Ohne Hilfe durch die Eltern sei das nicht möglich. Das aktuelle Jahr stelle einen Sonderfall dar, da großes Interesse an den Kursen bestehe. Sollte es zum nächsten Jahr eine große Nachfrage bestehen, dann könne man dies durchaus planen, in Zusammenarbeit mit den Eltern und der Stadt.

„Ich muss betonen, dass die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sehr gut ist“, hebt die Leiterin hervor. Eine Benachteilung sehe sie nicht für ihr Haus. „Wenn wir die Info von der Stadt bekommen, können wir die Eltern informieren“, sagt Kerstin Klein. Allerdings habe die Kita „Regenbogen“ zuletzt nicht die Möglichkeit wahrgenommen, an den Kursen teilzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie habe die Kita Pools und kleine Rutschen angeboten, damit sich die Kinder an heißen Tagen vor Ort abkühlen können.

Aktuell habe sie nur die Info, dass in diesem Jahr die Schwimm-Meister ausgelastet seien. „Das können wir aber alle gemeinsam im kommenden Jahr besser machen“, ist sich die Leiterin sicher. Wichtig sei, dass ganz besonders die Eltern ihr Interesse beizeiten bekunden und die Stadt ein Rundschreiben mit dem Angebot auf den Weg bringt. „Wir sind immer gesprächsbereit“, versichert Kerstin Klein.