Jubiläum

Eilsleber Heimatverein seit 30 Jahren ein Aktivposten für Heimatforschung und Naturschutz

Verschiedene Aktivitäten prägten in den vergangenen 30 Jahren die Arbeit des Heimatvereins Eilsleben. Immer wieder dadurch auch Neues aus der Geschichte des Ortes ans Tageslicht. Dieser Tage traf man sich unter Corona-Bedingungen zu einer kleinen Jubiläumsfeier im Gasthof „Zur Eisenbahn“.

Von Hartmut Beyer 20.07.2021, 09:53 • Aktualisiert: 20.07.2021, 09:58
Ein Bild aus der Anfangszeit: Die Gründungsmitglieder (von links) Charlotte Elste (†), Reinhard Suhs, Walter Kehse (†) und Günter Wagener sichten im alten Hospital geschichtsträchtige Fotos.
Ein Bild aus der Anfangszeit: Die Gründungsmitglieder (von links) Charlotte Elste (†), Reinhard Suhs, Walter Kehse (†) und Günter Wagener sichten im alten Hospital geschichtsträchtige Fotos. Fotos: Hartmut Beyer

Eilsleben - Vorsitzender Günter Wagener verzichtete auf eine ausführliche Bilanz der Arbeit in den vergangenen drei Jahrzehnten. „Das wäre zu umfangreich, wir haben sehr viel unternommen“, meinte er und beließ es bei einem Rückblick auf den Tag der Gründung am 10. Juli 1991. Von den 21 Mitgliedern konnte er noch Sigrid Luick, Walter Koschyk (damals Bürgermeister) und Günther Lippner begrüßen und sich selbst erwähnen. „Wir wollten unser Augenmerk unter anderem auf den Denkmal-, Umwelt- und Naturschutz legen“, berichtete er und lobte die Unterstützung duch Bürgermeister Koschyk und den Gemeinderat. 

IG Wasserturm gehört mit dazu

Der Zahn der Zeit und der „Zahn“ der Holzwürmer haben im alten Hospital, erbaut 1554 im Auftrag von Andreas von Meyendorf, ihre Spuren hinterlassen. Aber treffender hätte der Ort nicht sein können, an dem die Mitglieder des Eilsleber Heimatvereins bis zur Corona-Pandemie regelmäßig zusammenkamen, um in der Geschichte des Dorfes zu forschen und zu finden, Heimatkunde und aktiven Naturschutz zu betreiben. Als eine Art Unterabteilung gehört seit dem Jahr 2000 auch die Interessengemeinschaft Wasserturm mit zum Verein, in der die Mehrheit der rund 70 Mitglieder wirkt.

Heimatkunde und Ausflüge

Seit der Vereinsgründung gab es schon viel zu tun und Neues zu entdecken. Zum Beispiel auf einer Eilsleber Baustelle, wo Vorsitzender Günter Wagener unerwartet Spuren und Fundstücke sicherte, die dem frühen Mittelalter zuzuordnen sind. Einmal im Jahr geht man auf Reisen zu historisch interessanten Zielen. So  ins Landesmuseum Halle, wo auch Fundstücke von der Eilsleber Vosswelle zu sehen sind, oder ins Hartsteinwerk Mammendorf, das einen Blick ins Vulkangestein mit Fossilien oder Mineralien zulässt. Seit Jahren blättern die Vereinsmitglieder in einer Steuerrolle von 1890. „Darin sind die Eilsleber Häuser nur mit ihren Nummern aufgeführt, denn Straßennamen gab es noch nicht“, erklärt Günter Wagener. 

Günther Lippner, Gründungsmitglied des Vereins, erinnert sich an die Anfänge vor 30 Jahren. „Die Gemeinde unterstützte uns sehr in unserem Vorhaben, man stellte uns das alte Hospital zur Verfügung, so dass es uns auch möglich war, es zu erhalten und zu retten. Wenn wir uns jeden zweiten Dienstagnachmittag hier trafen, kamen zum Beispiel frische Funde auf den Tisch, wurden Fotos und Schriften gesichtet. Außerdem gab es Nachmittage in Plattdeutsch.“

Sorgenkind Bärburg

An einem Tag des offenen Denkmals beugten sich die Besucher vor allem über die zahlreichen alten Fotos von Vereinen oder mit Dorfansichten, und sie freuten sich über einige originale Bördetrachten, Vereinsnadeln oder Bauernschmuck wie die typischen Bördepfeile aus Silber. Besondere Anstrengungen unternahm man mit zahlreichen Unterstützern bei der Freilegung und Sicherung des Mauerwerks der ehemaligen Bärburg. Bürgermeister Manfred Jordan und einige Mitglieder bedauerten allerdings, dass die Reste des ältesten Eilsleber Bauwerks inzwischen für Besucher nicht mehr sehenswert seien. Hier wurden durch Jugendliche Bänke demoliert, Feuer entzündet und Steine des Mauerwerks entfernt. 

Naturschutz am Mückenberg

Auf dem Gebiet des Naturschutzes sind die Mitglieder des Heimatvereins vor allem um den Mückenberg bemüht. Jährlich wird dort gemäht, um besonders die geschützte Flora dieses Flächennaturdenkmals mit seinem Trockenrasen zu unterstützen. Dazu gehört ebenso, dass trockene Flächen auch mal kontrolliert abgebrannt werden, damit sich die mit seltenen Arten versetzte Pflanzenwelt hier wieder entfalten kann. „Sämtliche Maßnahmen erfolgen im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde“, betont dazu Günter Wagener.

Anerkennung der Gemeinde

In der Zeit der Pandemie in seiner Arbeit sehr eingeschränkt, hofft der Vereinsvorsitzende mit seinen Stellvertretern Hendrik Conradi und Günther Lippner nun, dass „wir bald wieder richtig aktiv werden können.“ Dem Vorstand gehören außerdem Kassenwartin Gisela Lubomierski, Kassenprüferin Jaqueline Conradi und Torsten Jahn an.

Bürgermeister Manfred Jordan überreichte zum Vereinsjubiläum und als Dank für das bisher Geleistete eine Plakette mit Eilsleber Wappen und einer Gravur, mit der das Wirken des Heimatvereins gewürdigt wird.