Hohendodeleben l Mit 27 Einsätzen war das Jahr 2017 – nicht zuletzt bedingt durch zahlreiche Einsätze infolge der Sturm-ereignisse – einsatzreicher als die Vorjahre für die Hohendodeleber Feuerwehr. Doch wie Sascha Schmidt als Ortswehrleiter in seinem Resümee während der Jahreshauptversammlung hervorhob, ist die Einsatzbereitschaft an allen Wochentagen rund um die Uhr mit durchschnittlich neun bis elf Kameraden sehr gut abgedeckt. Noch!

Denn der Ortswehrleiter sieht in der Zukunft einige Probleme auf sich zukommen. Von den aktuell 23 Mitgliedern der Einsatzabteilung sind nur sieben berechtigt, das große Löschfahrzeug zu fahren. Zwei dieser sieben Kameraden fühlen sich zwar der Feuerwehr zugehörig, haben aber aufgrund ihres derzeitigen Wohnortes kaum Möglichkeiten, innerhalb der Hilfsfrist am Gerätehaus beziehungsweise Einsatzort zu sein. Zwei weitere Maschinisten werden in naher Zukunft altersbedingt aus der Einsatzabteilung ausscheiden und der Ortswehrleiter wird als Führungskraft an der Einsatzstelle meist für andere Aufgaben gebraucht. „Wir brauchen mehr Lkw-Führerscheine“, lautete Sascha Schmidts Fazit vor dem Hintergrund, dass der Erwerb von Führerscheinen gefördert wird.

Andererseits sieht der Ortswehrleiter aber auch die Notwendigkeit, dem Wegzug von aktiven Einsatzkräften entgegenzuwirken. „Aktuell haben wir vier Kameraden, die nicht mehr im Ort wohnen, da sie bedingt durch Studium, dem Willen, nicht mehr im Elternhaus zu bleiben, oder durch neue Familienverhältnisse weggezogen sind. Und es sollen weitere folgen“, beschrieb Sascha Schmidt die Situation der Hohendodeleber Ortswehr. Eine verbesserte Wohnsituation würde einiges lindern, doch Bauplätze oder Wohnraum für junge Leute würden in Hohendodeleben fehlen, kritisierte er weiter. Die Kameraden sollten dort wohnen können, wo sie gebraucht werden. Die Priorität sei, Einsatzkräfte zu bekommen und zu halten.

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Diese „Steilvorlage“ griff Hohendodelebens Ortsbürgermeister Werner Jander in seinem Grußwort auf. Er unterstrich, dass sich die Ortschaft Hohendodeleben gemeinsam mit der Stadt Wanzleben-Börde intensiv darum bemüht hat, um Flächen am Ortsrand einem Baurecht zuzuführen. Bei der Schaffung von Bauflächen sei man aber auch darauf angewiesen, dass Grundstückseigentümer mitziehen.

Sven Drebenstedt sah in seiner Funktion als stellvertretender Stadtwehrleiter auch die Unternehmen gefordert, um auch für die Zukunft eine zufriedenstellende Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Erfolgreicher Nachwuchs

Doch abgesehen von diesen sich abzeichnenden personellen Problemen, lässt eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit auch einige Sterne der Hoffnung am Horizont aufleuchten. In der Kinderfeuerwehr sind derzeit zehn Kinder und in der Jugendfeuerwehr acht Kinder und Jugendliche vereint. Die Berichte von Kinderfeuerwehrbetreuerin Karoline Rogowski und Jugendwart Felix Magnus zeigten, dass dem Feuerwehrnachwuchs stetig viel Abwechslung geboten wird. Einen Höhepunkt hat die Jugendfeuerwehr vor Augen: Am 23. Juni soll das 25-jährige Bestehen mit einem Spaßwettkampf begangen werden.

„Gerade unsere Nachwuchsarbeit ist eine wichtige Säule, um Kameraden für die Einsatzabteilung zu bekommen“, unterstrich Sascha Schmidt. Doch auch die Unterstützung der Alters- und Ehrenabteilung – zurzeit mit neun Mitgliedern – ist nicht von der Hand zu weisen.

Der Altersdurchschnitt der 23 Mitglieder zählenden Einsatzabteilunng liegt bei 36 Jahren. Die Statistik zeigt, dass sich der Ortswehrleiter nicht nur im Einsatzfall auf seine aktiven Kameraden verlassen kann. Die Beteiligung an den Dienstabenden war gut und auch in zahlreichen Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene haben Kameraden ihr Wissen vervollkommnet. „Allein ohne die Stunden für Pflege und Wartung der Geräte und Fahrzeuge sowie den auswärtigen Lehrgängen kommen wir auf insgesamt 572 Ausbildungsstunden“, so Sascha Schmidt. Hinzu kommen insgesamt 422 Stunden im Einsatz.

Abschnittsleiter Ralf Lange unterstrich das breite Einsatzspektrum von der Ölspur und Brand bis hin zum Sturmschaden. Gerade aber vor dem Hintergrund, dass bei Einsätzen in Deutschland auch in der jüngsten Vergangenheit Todesopfer unter den Kameraden zu beklagen waren, mahnte er die Kameraden an, auf den Eigenschutz zu achten. „Ehrenamt ist nicht selbstverständlich“, fügte er hinzu.