Hohendodeleben l Blaulicht und Sirenengeheul bestimmen bei eingebrochener Dunkelheit an diesem Herbstabend die Szenerie in der Magdeburger Straße kurz vor dem Hohendodeleber Ortseingang aus Richtung Domersleben. Feuerwehren aus Hohendodeleben, Klein Rodensleben, Groß Rodensleben und Hemsdorf rücken mit eingeschalteten Sondersignalen an. Sie bilden den ersten Zug der Wanzleber Feuerwehr. Zur Unterstützung kommt bei dieser Großübung aus Wanzleben die Drehleiter dazu. Mehr als 50 Kameraden nehmen an dem Einsatz teil.

Das Ziel der Kameraden mit ihren Fahrzeugen ist der Landwirtschaftsbetrieb Bioenergie GmbH Hohendodeleben. Dort ist es in einem Blockheizkraftwerk wegen eines technischen Defektes zu einer Verpuffung gekommen. Das kleine Kraftwerk, das den Betrieb mit Strom und Wärme versorgt und zusätzlich Strom ins Netz einspeist, steht beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte in Vollbrand. Das Abschalten der Gaszufuhr ist wegen des Defektes nicht möglich. Die Flammen drohen auf einen nahe gelegenen Fermenter und das Gärrestelager einer Biogasanlage überzugreifen.

Wehrleute arbeiten zusammen

Soweit das Szenario der Übung, das sich Stefan Wilke als Zugführer der Wanzleber Feuerwehr für seine Kameraden ausgedacht hatte. Zusammen mit Wanzlebens Stadtwehrleiter Burkhard Wegner und dessen Feuerwehrführungskräften Jörg und Sven Drebenstedt, Fabian Rehberg sowie David Bednarz beobachtet Wilke jede Schritt und jede Handlung der anrückenden Einsatzkräfte.

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Bei der angenommenen Verpuffung ist Patrick Schmelzer, der Betriebsleiter von Bioenergie Hohendodeleben, leicht verletzt wurden. Er informiert die Feuerwehrleute darüber, dass bei dem Unglück drei Menschen verletzt wurden, die von den Einsatzkräften aus dem Bereich des Blockheizkraftwerks gerettet werden müssen.

Wasserversorgung schnell aufgebaut

Schnell bauen die anrückenden Feuerwehrleute eine lange Schlauchstrecke zur Löschwasserversorgung von einer Zisterne auf dem Betriebsgelände und einem Unterflurhydranten in der Magdeburger Straße auf. Vom Boden aus und aus der Luft vom Korb der Wanzleber Drehleiter aus schießen riesige Mengen Wasser auf das Feuer. Mit leistungsstarken Scheinwerfern leuchten sie die stock dunkle Einsatzstelle aus. Kameraden mit angelegten Atemschutzgeräten retten die drei Verletzten aus der Gefahrenstelle. Bei ihrer Arbeit verunglücken außerdem Feuerwehrleute bei einem Atemschutznotfall, die von anderen Kameraden gerettet werden.

Wie Stadtwehrleiter Burkhard Wegner sagte, wurde die Übung nach ihrem Ende sofort mit den Gruppenführern und Einsatzabschnittsleitern ausgewertet. Als besonders positiv bewertete Wegner die hohe Anzahl der Kameraden, die an der Übung teilnahmen und ihre große Motivation das Szenario durchzuspielen.

Echter Notfall am Rande

Am Rande der Übung kam es zu einem echten Notfall. In einem Bus, der von Hohendodeleben auf dem Weg nach Seehausen war, erlitt eine junge Frau einen Asthmaanfall. Der Busfahrer sah auf der Straße das Blaulicht der Feuerwehrwagen und stoppte dort, um Hilfe zu bekommen. Feuerwehrmänner, die in der medizinischen Ersten Hilfe ausgebildet sind, kümmerten sich um die junge Frau bis der Rettungsdienst eintraf und sie in ein Krankenhaus fuhr.