Informationsveranstaltung zur Umwandlung in eine freie Grundschule

Entscheidung des Trägers in dieser Woche

Von Ronny Schoof

Für die Grundschule in Völpke zeichnet sich immer mehr die Alternativlösung der freien Trägerschaft ab. Noch in dieser Woche will der potenzielle Partner eine Entscheidung fällen.

Völpke l Keine euphorische Grundstimmung, aber doch eine positiv ausgerichtete versuchten die Vertreter des Vereins "Aktiv for Kids" und der Bürgerinitiative "Pro Völpke/Ohrsleben" zu vermitteln, als sie am Freitagabend im Bürgerzentrum über den Stand der Dinge und die möglichen nächsten Schritte informierten. "Wir wollen auch gar keine großen unhaltbaren Versprechungen machen", sagte Jens-Uwe Smolin eingangs, "es geht uns um eine sachliche Betrachtung und Abwägung."

Die Faktenlage: Völpkes Grundschule in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Obere Aller wird mit Ende des laufenden Schuljahres aufgegeben, der Schulbezirk wird gesplittet: Völpke nach Hötensleben, Sommersdorf nach Harbke (gilt nur für die Schulanfänger ab 2013). Um das Gesamtkonzept "Haus des Kindes", also Kindergarten und Schule an einem Standort, zu bewahren und im Ort eine schulische Einrichtung beizubehalten, hat die Gemeinde Gespräche mit einem freien Träger aufgenommen. Dabei handelt es sich um die Bildungsgesellschaft Oskar Kämmer Schule, die ein Interesse an der Übernahme nicht nur signalisiert, sondern auch bereits ein Rahmenkonzept für die pädagogische Arbeit vorgelegt hat.

Noch steht über allem ein großes Fragezeichen, wie Jens-Uwe Smolin deutlich machte: "Wir stehen in intensiven Verhandlungen, und es läuft jetzt die Entscheidungsphase." In dieser Woche will die Gesellschaft eine Aussage darüber treffen, ob oder ob sie nicht in Völpke tätig wird.

Antrag muss bis Jahresende beim Land vorliegen

Selbst im Fall einer Absage könnte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein und man sich eventuell nach einem anderen freien Träger umsehen. Allerdings drängt die Zeit, zumindest mit Blick aufs kommende Schuljahr. "Ein Antrag des freien Trägers auf Übernahme der Schule müsste bis 31. Dezember beim Land vorliegen", erklärte Bürgermeister Wolfgang Smolin vergangene Woche im Volksstimme-Gespräch.

Die Weichen jedenfalls sind gestellt. Der Gemeinderat hat sich bereits auf die Kostenerstattung des anfallenden Schulgeldes gegenüber den Eltern verständigt - und zwar für die ersten drei Jahre, in denen der Träger selbst noch keine Landeszuwendungen erhält. Nach Auskunft von Jens-Uwe Smolin wären das 100 Euro pro Kind und Monat. Auch das Problem des Schülertransports könne umschifft werden: "Wir dürfen dann ja nicht die öffentlichen Schülerbusse nutzen, aber wir sorgen in Zusammenarbeit mit dem Träger dafür, dass der Transport ermöglicht wird", sagte Smolin vor allem in Richtung der Interessenten aus der Gemeinde Sommersdorf. Überhaupt verstehe sich der Verein "Aktiv for Kids" als unterstützende Instanz für die Eltern und Einrichtungen der Region: "Wir wollen ein Bindeglied sein zwischen dem Träger und den Eltern - und das soll sich nicht allein auf Völpke beschränken. Wir streben eine vernünftige Zusammenarbeit insbesondere auch mit den Kindertagesstätten an."

Bislang lägen zehn definitive Zusagen von Eltern vor, die ihr Kind in Völpke einschulen lassen würden. Die Oskar-Kämmer-Schule will mit mindestens 14 Erstklässlern den Betrieb aufnehmen.

Kontakt Verein "Aktiv for Kids" - Jens-Uwe Smolin, Telefon: 015784772772