Drei benachbarte Wohnhäuser können vor dem Übergreifen der Flammen gerettet werden

Fachwerk-Scheune brennt komplett nieder

Von Constanze Arendt-Nowak

In Hemsdorf ist gestern eine Scheune bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Den Feuerwehrleuten gelang es, drei Gastanks und drei benachbarte Wohnhäuser vor dem Übergreifen der Flammen zu bewahren. Verletzt wurde niemand.

Hemsdorf l Bestialischer Gestank breitete sich gestern Vormittag über Hemsdorf aus. In der Bergstraße brannte eine Scheune, die von zwei Familien als Garage, Werkstatt, Schlachtehaus, Partyraum und einfach als Abstellmöglichkeit genutzt wurde, lichterloh. Bei dem vielen Holz, das hier unter anderem als Fachwerk verbaut war, fanden die Flammen genügend Nahrung. Bald brach auch der Dachstuhl in sich zusammen.

Petra Mai mag es noch gar nicht glauben, was da innerhalb von kurzer Zeit mit der Scheune geschah. "Eine halbe Stunde vorher war ich noch dort drin und habe mir einen Eimer geholt und nichts von Brandgeruch bemerkt", berichtete die Hemsdorferin, der eine Hälfte der Scheune gehörte. Seit 6 Uhr habe sie schon im Garten gearbeitet. Als um 8.35 Uhr die Sirene heulte, war sie gerade bei der Mutter zum Frühstücken auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Fassungslos stand auch ihr Mann Burghard, der auf der Arbeit telefonisch über das Unglück informiert wurde, vor den Trümmern. "Die Scheune war mein Prunkstück, mit dem Fachwerk. Ich war gerade fertig, alles schick zu machen, schade", sagte er, während 39 Kameraden der Ortsfeuerwehren Hemsdorf, Wanzleben, Groß Rodensleben und Klein Rodensleben alles taten, um noch Schlimmeres zu verhindern. Mit insgesamt acht Fahrzeugen, darunter der Drehleiter, waren sie vor Ort.

Ein großes Problem bereiteten drei Gastanks, die in unmittelbarer Nähe standen. "Wären die hochgegangen, wäre es richtig böse geworden", schätzte Jürgen Wichert, Ortsbürgermeister von Groß Rodensleben, zu dem der Ortsteil Hemsdorf gehört, ein. Auch drei benachbarte Wohnhäuser waren dank des Einsatzes der Feuerwehrkameraden nicht gefährdet. "Ich bin heilfroh, dass keinem etwas passiert ist", erklärte Burghard Mai. Der ehemalige Hemsdorfer Wehrleiter Peter Assel hatte aber noch eine andere These: "Wenn wir solchen Wind wie am Donnerstag gehabt hätten, dann wäre wohl mehr passiert." Glücklicherweise wehte nur ein laues Lüftchen aus Nord.

Nach den Löscharbeiten konnten die Feuerwehren aus den umliegenden Orten gegen Mittag wieder einrücken, die Hemsdorfer sicherten die Brandwache ab. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben schätzungsweise 50000 Euro. "Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an", erklärte Polizeisprecher Joachim Albrecht.

Die Feierstimmung wollten sich die Hemsdorfer aber durch dieses Ereignis nicht vermiesen lassen. Am Abend begannen wie geplant die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Fördervereins "Kulturhaus Hemsdorf". Heute sind weitere Höhepunkte am Speicher geplant. Am Nachmittag gibt es ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen sowie Kinderbelustigung. Besichtigungen des Speichers sind auch möglich. Ab 19 Uhr spielt die Gruppe "Klatschmohn" zum Tanz auf.