Bottmersdorf l Matthias Hülle, ehrenamtlicher Leiter des Technikmuseums, sowie seine Mitstreiter Detlef Engel und Michael Claus hatten gut zu tun am Sonntag. Eine üppige Zahl an Besuchern war in Bottmersdorf angereist, um die Sammlung historischer Fernmeldetechnik aus Sachsen-Anhalt und Deutschland von den Anfängen bis in die Gegenwart näher in Augenschein zu nehmen. „Wir haben um die 100 Technikfreunde – junge und erwachsene sowie beruflich qualifizierte Kenner der Materie – bei uns willkommen heißen können“, zeigte sich Matthias Hülle beeindruckt. Mit durchaus berechtigtem Stolz, denn die Exposition stellt bis auf wenige Ausnahmen die vollständige Entwicklung der automatischen Telefonanlagen in Deutschland dar und ist in Sachsen-Anhalt einmalig. „Die teilweise über 90 Jahre alten Telefonvermittlungsstellen funktionieren nämlich auch heute noch und können dem Besucher betriebsbereit vorgeführt werden“, machte der Museumschef deutlich.

Sammlung zum Anfassen fehlte

 „Die Idee zu unserem Fernmeldemuseum wurde im Jahr 1989 in Magdeburg geboren. Eigentlich sollte es damals nur eine kleine Ausstellung von Exponaten rund um historische Fernmeldetechnik werden“, blickt Matthias Hülle zurück. Bald habe jedoch festgestanden, dass eine Sammlung zum Anfassen aufgebaut werden solle. „Wir wollten kein ,totes‘ Museum, sondern eines mit funktionierender Technik.“ Tatsächlich könne mit den Gerätschaften intern telefoniert werden. Zugute kam dabei die politische Entwicklung: Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten, verbunden mit der Modernisierung der gesamten Infrastruktur, hier im speziellen der Digitalisierung des gesamten Telefonnetzes der ehemaligen DDR. Jetzt stand das gesamte Spektrum der bisher eingesetzten Anlagen tatsächlich zur Verfügung, um daraus einen repräsentativen Querschnitt aufzubauen. Grundgedanke war, für jedes System alle erforderlichen Einrichtungen sicherzustellen, aufzubauen und in Funktion zu bringen. Analoge elektromechanische Vermittlungstechnik, die teilweise über 70 Jahre in Betrieb war und noch einen langen Einsatz vor sich gehabt hätte, wurde durch digitale Vermittlungsstellen ersetzt.

„Im Laufe der folgenden Jahre haben wir dann den Grundstock des jetzt Gezeigten zusammengetragen“, weiß Matthias Hülle. Besichtigungen seien jederzeit möglich und Anmeldungen durchaus erwünscht, wirbt das Museum um regen Besuch und verweist auf die Internetseite: www.fermeldemuseum-bottmersdorf.de.

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