Sülldorf l Vorbei an rauchigen Räuberhöhlen, quer durch dunkle Wälder, mitten durch einen wilden Schneesturm – viele Abenteuer und Gefahren muss Gerda zusammen mit ihrem Begleiter, dem Schneemann, auf dem Weg zum Eispalast der Schneekönigin meistern. Aber am Ende kann sie nichts aufhalten. Schließlich gelingt es ihr, ihren Freund Kai aus dem windigen Verlies der Eiskönigin zu befreien.

Das Märchen „Die Schneekönigin“ frei nach der Erzählung von Christian Andersen führte die Laienschauspieler des „Kultur- und Heimatvereins Sülldorf“ am vergangenen Sonntagnachmittag in der örtlichen Festhalle in Sülldorf auf. Über zwei Monate hatten die 20 Beteiligten im Alter von 10 bis 70 Jahren vor und hinter der Bühne intensiv geübt und vorbereitet, haarklein geplant und organisiert.

Jedes Jahr eine Vorführung

Schon seit elf Jahren macht Ingrid Grabau bei den Laienschauspielern mit. „Es macht einfach nur Spaß. Meine Oma hat uns früher Gedichte erzählt, und nun hier selbst den Kindern so ein Vergnügen bereiten zu können – mit Schloss und Abenteuerreise – was kann man sich da Schöneres vorstellen“, sagte Ingrid Grabau, die im Märchen die Rolle des Schneemanns übernommen hatte. Normalerweise habe der Heimatverein diese Aufführung in die Vorweihnachtszeit gelegt. „Da die Termine in dieser Zeit Schlag auf Schlag liegen, haben wir uns in diesem Jahr erstmals für danach entschieden und als Stoff das Wintermärchen übernommen“, berichtete Ingrid Grabau. Natürlich habe man sich dabei die eine oder andere „künstlerische Freiheit“ herausgenommen.

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So konnte es passieren, dass Gerda auf ihrem Weg an einer Kreuzung mal nicht genau wusste, ob es nach rechts oder links weitergeht. Der Schneemann hatte da schnell einen Tipp parat: „Komm, lass uns im Internet bei Google-Maps nachschauen.“ An einer anderen Stelle, als der Überfall durch eine Räuberbande drohte, griff der Schneemann schnell zu seinem Handy und wählte den Notruf 112.

„Wir wollen kulturell den Menschen hier bei uns in Sülldorf etwas bieten, gerade die Kinder kommen dabei schnell zu kurz. Aus diesem Grund strengen wir uns jedes Jahr aufs Neue an“, betonte die Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins, Susanne Gruetz.

9-Jährige spielt einen Räuber

Und der Zuspruch in den vergangenen Jahren gibt ihr recht. Auch in diesem Jahr blieb in der Festhalle kein Platz frei. Einer der das Laienschauspiel in Sülldorf mit ins Leben gerufen hat, ist Holger Sebode. Bei der Aufführung spielte er zusammen mit Björn Lepin die beiden Krähen. „Es macht einfach nur Spaß, den Kindern – und den Erwachsenen hier im Saal diese Freude zu bereiten.“

Bei fast jeder Probe mit dabei war auch die 9-jährige Antonia aus Sülldorf, die einen der Räuber spielte. „Mir hat das einfach eine unheimliche Freude gemacht, mich auf diese Vorstellung vorzubereiten“, verrät Antonia. Madlen Grabau hatte die Rolle des Kai übernommen, eine Hauptrolle. Aber auch sie war nicht nervös. „Ich bin schon lange dabei, wir haben das ja alles oft genug geübt.“

Unter den Zuschauern befand sich Dieter Isensee, seine Frau war einer der Räuber. „Ich kenne das Stück natürlich schon in- und auswendig. Aber ich bin heute hier mit dabei. Das ist doch einfach klar.“

"Festhalle ist unverzichtbar"

Die Dubs aus Sülldorf saßen mit der ganzen Familie in Reihe vier. „Wir kennen natürlich alle, die da vorne heute mitmachen – die Aufführung ist jedes Jahr ein unheimlicher Spaß“, betonte Mutter Isabel und ihr Mann Yves und ihr Sohn Marlon stimmten ihr zu.

„Der Andrang heute hier bei der Vorstellung zeigt einmal mehr, wie unverzichtbar die Festhalle für das Gesellschaftsleben in Sülldorf ist“, erklärte der Vorsitzende des Vereins „Kultur- und Gesellschaftshaus Festhalle Sülldorf“, Sascha Ritter, nach der Vorstellung.