Wanzleben l Bevor Wanzlebens Ortsbürgermeister Tino Bauer (Linke) am Mittwochabend die letzte Sitzung der zu Ende gehenden Legislaturperiode im Sportlerheim am Börde-Stadion eröffnete, machten sich er, seine Kollegen des Rates, Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos), Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Vertreter des Sportvereins Blau-Weiß Empor und der Schützengilde zu einem Spaziergang ins Grüne auf. Ziel des Rundgangs ohne Erholungscharakter war der Festplatz. Für den sucht die Stadt seit Jahren nach einem neuen Nutzungskonzept.

„Unser Ziel ist eine Lösung, mit der alle Beteiligten gut leben können und bei der der Kommune keine großen Kosten entstehen“, sagte Bauer nach dem Rundgang. Bereits seit dem Jahr 2017 gebe es in der Stadt Bestrebungen, die Nutzung des Festplatzes zu verändern. Kern dabei ist, dass der Sportverein Blau-Weiß Empor Wanzleben womöglich einen Teil des Festplatzes von der Stadt pachten wolle, um dort perspektivisch unter zu Hilfenahme von Fördermitteln des Deutschen Fußballbundes einen Kunstrasenplatz anzulegen. Dafür würde der Verein jedoch eine Fläche des städtischen Festplatzes in unmittelbarer Nähe des Börde-Stadions nutzen wollen, die zurzeit an die Schützengilde Wanzleben verpachtet ist. Die Schützen nutzen diesen Bereich als Bogenschießplatz und haben ihn deshalb zu diesen Zwecken mit Scheiben und Schutzwänden hergerichtet. Der Pachtvertrag der Schützengilde mit der Stadt über das Areal laufe bis 2025.

„Wir haben nichts dagegen und der Platz vom Sportverein gebraucht wird. Es muss allerdings eine Alternative geben“, sagte Manfred Aris, Vorsitzender des Schützengilde Wanzleben. Die Schützen hätten den Bogenschießplatz vor Jahren mit großem personellen und finanziellen Aufwand hergerichtet. Sollte es zu einem Tausch der Flächen kommen, müsse der neue Bogenschießplatz hergerichtet werden, ohne das der Schützengilde Kosten entstehen würden.

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Blau-Weiß-Empor braucht Platz

„Wir brauchen einen zweiten Platz, egal ob nun Kunstrasen oder herkömmlicher Rasen“, sagte Rüdiger Petrasch, Präsident des Sportvereins Blau-Weiß Empor Wanzleben. Die Zunahme von Mitgliedern und Mannschaften würde durch die intensive Nutzung den einzigen vorhandenen Fußballplatzes sehr belasten. Der Platzbedarf für Trainingsbetrieb und Spiele von der G-Jugend bis hin zu den Herren sei sehr dringend, ergänzte Jens-Uwe Trensch, stellvertretender Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiß Empor Wanzleben. Ob der Sportverein indes einen Kunstrasenplatz bekommen werde, hänge sehr vom Geld ab, verdeutlichte Petrasch. Der Verein müsse Eigenmittel in Höhe von 80.000 Euro aufbringen, was zurzeit in weiter Ferne liege. Das Geld solle über Spendensammlungen aufgebracht werden. Auch werde wohl die Kommune mit ins Boot geholt werden müssen.

Für eine neue Nutzung des Festplatzes gebe es nach den Worten von Kai Pluntke, Amtsleiter Ordnung und Soziales in der Wanzleber Stadtverwaltung, mehrere Varianten. Unabhängig von den Möglichkeiten der zukünftigen Gestaltung des Areals, das auch für andere Veranstaltungen genutzt werde, sei es laut Pluntke im Interesse der Stadtverwaltung, die Größe des Festplatzes zu reduzieren. Es sei durchaus möglich, im vorderen Teil des Grundstücks straßenbegleitend zwei Wohnhäuser zu bauen und den hinteren Teil als Festplatz zu nutzen.

Wanzlebens Ortsbürgermeister Tino Bauer kündigte an, dass sich der neue Ortschaftsrat weiter mit dem Thema Festplatz beschäftigen werde. Ziel sei es, eine neues Nutzungskonzept zu finden. Auch stünde die Möglichkeit im Raum, die Stadt gebe den Festplatz ganz auf und nutze andere Örtlichkeiten in der Stadt. Möglicherweise könne die alte Freilichtbühne im Volkspark wieder für Veranstaltung hergerichtet werden.