Wanzleben l Noch hält sich die Anzahl der aktiven Kameraden, die die 13 freiwilligen Feuerwehren der Stadt Wanzleben-Börde verlassen, in Grenzen. Wie aus den neuesten Zahlen der Statistik von Stadtwehrleiter Burkhardt Wegner hervor geht, ist die Anzahl der Kameraden im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 258 auf 256 gesunken.

Der Anteil der Frauen konnte hingegen von 32 auf 34 gesteigert werden. Wegner stellte die Zahlen und weitere Fakten für eine Sitzung des Sozialausschusses des Stadtrates Wanzleben zur Verfügung. Er selbst konnte wegen einer turnusmäßigen Wehrleitertagung nicht an der Sitzung des Ausschusses teilnehmen.

Zahl der Einsatzkräfte sinkt leicht

„Die Gesellschaft muss den Kameraden noch mehr Respekt für ihre ehrenamtliche Arbeit zollen, die sie in ihrer Freizeit leisten. Auch fehlt die Wertschätzung von oberster Ebene“, sagte Ralf Schmidt (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses aus Domersleben. Deshalb sei es wichtig, dass sich der Sozialausschuss und damit der Wanzleber Stadtrat mit dem Thema beschäftige und nach Möglichkeiten suche, wie das Image der Feuerwehren in der Öffentlichkeit gestärkt und die Nachwuchsarbeit verbessert werden könne.

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Die Mitglieder des Stadtrates sahen sich einig in ihrer Meinung, dass der landesweite „Tag der Feuerwehr“ am 26. Mai in Sachsen-Anhalt wenig Erfolg zeigte. Lediglich 25 Feuerwehren nahmen in Sachsen-Anhalt daran teil. Dabei war Wanzleben noch Spitze. Allein vier Ortsfeuerwehren der Stadt machten bei dem Aktionstag mit.

Ansehen soll gestärkt werden

Norbert Hoße (Freie Wähler), Sozialausschussmitglied und Ortsbürgermeister von Klein Rodensleben, sagte, dass allein das Datum des Aktionstages völlig falsch gewählt worden sei. Im Frühsommer hätten die Wehren genügend andere Termine, der Herbst wäre für den Aktionstag besser geeignet gewesen. Und das Werbematerial, dass das Land an die Feuerwehren verschickt habe, habe die Kameraden mehr verärgert als erfreut.

„Der Aktionstag war vom Land mit heißer Nadel gestrickt und war falsch organisiert“, schätzte Hoße ein. Die Klein Rodensleber Wehr war neben denen aus Klein Wanzleben, Domersleben und Hohendodeleben beim Aktionstag „Voller Einsatz“ dabei und haben das Beste daraus gemacht.

Kritik am Tag der Feuerwehr

Nach Hoßes Worten sei ein Weg einer guten Nachwuchsarbeit, „dass die Leute in den blauen Uniformen“ bei allen Aktionen, die es auf den Dörfern gebe, präsent sein müssen. Sie müssen Kontakte zu den Kindertagesstätten und Vereinen aufbauen, um gemeinsam die Nachwuchsarbeit zu betreiben. Ebenso müsse die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.

Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Herausgabe eines Flyers, in dem sich alle Jugendwehren der Stadt Wanzleben mit Ansprechpartnern vorstellen. Ebenso der Druck von Werbeplakaten unter der Überschrift „Wir suchen Euch!“. Diese Öffentlichkeitsoffensive für die Jugendwehren sei durch Sponsoren finanziert worden. „Wir müssen Interesse wecken und erhalten“, brachte Hoße seinen Anspruch an die Nachwuchsarbeit der Feuerwehren auf den Punkt. Dabei müssen die Feuerwehren in den Orten selber aktiv werden.

Flyer und Poster für mehr Nachwuchs

Das sieht Sozialausschussmitglied Jan Hartmann (Linke) ähnlich. Er regte gemeinsame Aktionstage von Feuerwehr, DRK und Sportvereinen in den Orten an. Dabei können sich alle Organisation den Jugendlichen mit ihren Angeboten vorstellen. Der Nachwuchs könne dann entscheiden, für wen er sich interessiere, um dort aktiv mitzumachen.

In seinem Postitionspapier macht Wanzlebens Stadtwehrleiter Burkhard Wegner deutlich, dass es als positiv zu bewerben sei, dass die Stadt Feuerwehrleuten beim Kauf von Baugrundstücken für Eigenheime finanzielle Vergünstigungen anbiete. Jedoch müssten insgesamt noch mehr Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden.

Gute Brandschutzerziehung

Positiv sei auch die pauschale Vergütung für die Teilnahme an Einsätzen sowie die Teilnahme an Lehrgängen und Ausbildungen. Für die Teilnahme an einem Einsatz bekommt ein Feuerwehrmann pauschal fünf Euro. Als gut schätzte Wegner zudem die Brandschutzerziehung durch die Hohendodeleberin Andrea Drebenstedt an Schulen und Kindertagesstätten ein.

Wie Wanzlebens Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke ergänzte, sei dies die einzige Stelle als Brandschutzerzieherin im Landkreis Börde und damit einmalig. Die Anzahl der Stunden, die Andrea Drebenstedt leiste, müsse aus Sicht von Stadtwehrleiter Wegner jedoch erhöht werden, da ein großer Bedarf bei der Brandschutzerziehung bestünde.

Die kostenlose Schwimmbadnutzung zur körperlichen Ertüchtigung der aktiven Kameraden immer donnerstags an den Dienstabenden und für die Jugendfeuerwehren lediglich drei Mal im Jahr kostenlos, werde von den Kameraden nach Wegners Worten als zu „wenig empfunden, um damit Werbung zu machen“. Zudem würden die Feuerwehrleute sich mehr Interesse der Wanzleber Stadträte sowie der Ortschaftsräte an ihrer ehrenamtlichen Arbeit wünschen. Das Interesse der Kommunalpolitiker am Aktionstag sei zum Beispiel sehr gering gewesen.