Wanzleben l Unwetterlagen haben der Wanzleber Ortsfeuerwehr reichlich Arbeit gebracht. Allein 40 der insgesamt 89 Einsätze im vergangenen Jahr waren den Sturmtiefs „Xavier“ am 5. Oktober und „Herwart“ am 29. Oktober sowie der Unwetterfront am 22. Juni geschuldet, wie der stellvertretende Ortswehrleiter Christian Bema am Freitag auf der Jahreshauptversammlung zurückblickte. Er legte stellvertretend für den erkrankten Ortswehrleiter René Giese Rechenschaft ab. Die Gesamtanzahl von 89 Einsätzen bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 30 Einsätzen.

Doch nicht nur Sturmschäden mussten die Kameraden beseitigen. Im Laufe des Jahres wurde ein großes Wissen und Können bei Einsätzen der verschiedenen Art von ihnen abverlangt. Zu den längsten Einsätzen gehörten auch drei Großbrände. So nahm ein Brand in einer Recyclingfirma in Groß Rodensleben über elf Stunden in Anspruch und Brände bei einem Umweltdienstleister in Wanzleben sowie in einem Mehrfamilienhaus in Oschersleben jeweils über vier Stunden. Insgesamt waren die Wanzleber Feuerwehrleute mit 153 Stunden und 59 Minuten 2017 mehr als doppelt solange im Einsatz als im Jahr zuvor. Neben Einsätzen im Stadtgebiet waren sie häufig aufgrund der Ausstattung mit Spezialfahrzeugen und der Integration in den Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises auch in der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde und darüber hinaus gefragt. Zu den besonderen Einsätzen zählte auch eine Brandsicherheitswache anlässlich des Reformationsjubiläums in Wittenberg über 32 Stunden.

Schleibnitzer Löschgruppe aufgelöst

Während die Einsatzbereitschaft montags bis freitags von 18 bis 6 Uhr sowie an den Wochenenden und feiertags statistisch 15 Kameraden beträgt, liegt sie montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr im Schnitt bei elf Kameraden. Nach Aussage von Christian Bema sind aber in diesem Zeitabschnitt starke Schwankungen festzustellen und das gibt Anlass zur Sorge. „Wir brauchen dringend Feuerwehrleute, die in Wanzleben tätig sind“, appellierte der stellvertretende Ortswehrleiter.

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Unterdessen wird das Jahr 2017 besonders vier Kameraden aus dem Ortsteil Schleibnitz wohl in trauriger Erinnerung bleiben. Nach der Auflösung ihrer Löschgruppe zum Jahresende aus finanziellen Aspekten und Mangel an Mitgliedern haben sie offiziell einen Neuanfang in der Wanzleber Feuerwehr gewagt. Bereits zuvor waren sie als Löschgruppe der Wanzleber Feuerwehr angegliedert. Ihr Kleinlöschfahrzeug, ein B 1000, wurde verkauft. „Dankeschön an die Kameraden aus Schleibnitz, dass sie weiterhin in Wanzleben ihren Dienst tun“, erklärte Christian Bema.

Um in den teils schwierigen Einsätzen auch alle Handgriffe zu beherrschen, standen in den Ausbildung im vergangenen Jahr regulär verschiedene Themen von der Technischen Hilfeleistung über das Arbeiten mit Löschschaum bis zum Erste-Hilfe-Training auf dem Plan. Die Atemschutzgeräteträger, derzeit 17, übten sich regelmäßig im Know-How, um den hohen Anforderungen für die Tauglichkeit zu bestehen. In weiteren Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene vervollkommneten einige Kameraden zudem ihr Wissen auf diversen Themengebieten.

37 Kameraden in der Einsatzabteilung

Eine Auflistung der Beteiligung an zahlreichen Veranstaltungen in Wanzleben – vorrangig zur Absicherung – zeigte, dass die Feuerwehr auch ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in der Stadt ist. Und da steht keine Abteilung – angefangen von der Jugendfeuerwehr über die Einsatzabteilung bis hin zur Alters- und Ehrenabteilung – der anderen nach. Berichte der Jugendfeuerwehrwartin Susanne Konczalla und des Vorsitzenden der Alters- und Ehrenabteilung, Heinz Meyer, zeugten ebenfalls von großer Aktivität – oftmals auch über die Feuerwehr hinaus.

Mit Stichtag 31. Dezember 2017 bildeten 37 Kameraden die Einsatzabteilung der Wanzleber Feuerwehr. Darunter waren sieben Frauen, was einem Anteil von 18 Prozent entspricht. Der Altersdurchschnitt lag bei 34 Jahren. In der Jugendfeuerwehr waren zu diesem Zeitpunkt 13 Mädchen und Jungen angemeldet, die so an die Arbeit in der Feuerwehr herangeführt werden. Der Alters- und Ehrenabteilung gehörten 22 ehemalige aktive Kameraden und Förderer des Feuerwehrwesens an.