Altenweddingen l Auf dem Papier hat die Wehr Sülzetal Süd eine sagenhafte Stärke von 105 Kameraden. In der Realität sind es 23 Aktive, die hier die Fahne hochhalten. Dazu gesellen sich sechs Jugendliche, zwei befinden sich derzeit in der Ausbildung, um später die Reihen der Aktiven verstärken zu können.

„Wir haben aktuell 70 Prozent des Personals in der Alter- und Ehrenabteilung“, betont der Andreas Hauer bei seinen Ausführungen. Dort sieht er aber Potenzial. „Es sind gut 29 Kameraden in einem Alter, in dem sie uns künftig unterstützen könnten“, befindet er. „Ausnahmslos handelt es sich dabei um ausgebildete Feuerwehrmänner, die uns mit ihrer Erfahrung sofort weiterhelfen würden.“

Wehr setzt auf persönliche Gespräch

Die im Augenblick nicht aktiven Kameraden stammen allesamt aus Bahrendorf und Stemmern. Sie haben den Zusammenschluss mit Altenweddingen zur heutigen Wehr Sülzetal Süd aus den verschiedensten Gründen nicht mitgemacht.

Andreas Hauer und seine Wehrleute haben sich für das Jahr 2018 zum Ziel gesetzt, mindestens zehn dieser Kameraden zurück in den Dienst zu holen. „Das wollen wir mit persönlichen Gesprächen erreichen und ich hoffe da auf die Unterstützung durch die anderen Aktiven“, sagt der Wehrleiter. „Die Leute werden gebraucht.“

Ein echtes Pfund als Argument haben die Südsülzetaler in der Hinterhand. Der Bau des neuen Gerätehauses in Altenweddingen – es soll seinen Platz quasi am Ortsausgang nach Bahrendorf finden – soll noch 2018 beginnen. Das bestätigt auch Bürgermeister Jörg Methner (SPD). „Am Mittwoch, 4. April, um 13 Uhr wird uns der Förderbescheid übergeben“, bringt er vor. „Ich hoffe bei diesem offiziellen Akt sind auch einige Kameraden anwesend.“

Neubau soll 2019 fertig sein

Der Neubau soll 2019 fertiggestellt und möglichst schon bezogen werden. Das alte Gerätehaus in Altenweddingen, welches jetzt noch genutzt wird, platzt schon aus allen Nähten und ist absolut nicht mehr zeitgemäß. „Mit neuer Technik und neuen Räumlichkeiten stellt sich die Zukunft der Wehr ganz anders dar“, betont Methner. „Zudem wurde die Satzung der Gemeinde Sülzetal inzwischen angepasst, sodass der Aufbau von Kinderfeuerwehren möglich ist.“

Genau das haben Andreas Hauer und seine Mannen auch vor. Im Jahr 2017 absolvierten die Südsülzetaler 2391 Stunden, davon 102 bei Einsätzen, die externen Ausbildungen nahmen 402 Stunden in Anspruch. Aktuell gibt es 18 Atemschutzgeräteträger, von denen 12 einsatzbereit sind.

„Die Zahl der Einsätze ist von im Vorjahr sechs auf das Doppelte angestiegen“, hebt der Wehrleiter hervor. „Und da waren schon so manche Herausforderungen dabei.“ Die Zeiten, wo die Kameraden nur brennenden Mülltonnen gelöscht haben, sei definitiv vorbei. „Einen Vorgeschmack auf neue Herausforderungen bekamen wir bei einem Filterbrand in der Milchviehanlage Stemmern“, erinnert sich Hauer. „Dort waren wir dreieinhalb Stunden im Einsatz und auch die Wärmebildkamera kam zum Einsatz.“ Ansonsten rechne er damit, dass künftig die Einsätze nach Stürmen zunehmen werden. Gerüstet dafür seien die Aktiven recht gut, im letzten Jahr absolvierten diese sieben Weiterbildungen im Landkreis und zwei auf Landesebene.