Langenweddingen l „Gemeinsam gebt Feuer!“ Mit Salutschüssen nach dem Kommando des Hauptmanns des Schützenvereins Langenweddingen, Dirk Elsbeck, beginnt am Sonnabendnachmittag das Festprogramm der 90. Geburtstagsfeier des Freibads Langenweddingen.

Gleich anschließend geht es dann etwas harmonischer zu. Das Landespolizeiorchester unter der Leitung von Polizeihauptmeister Roland Ziem spielt auf. Am Mikrofon singt Conny Walnsch. Gleich die beiden ersten Lieder sind denn auch schon Programm. Mit „Laßt euch grüßen“ und „Hallo ihr Freunde“ stimmten sie die Gäste ein.

In seiner Begrüßungsrede beschreibt der Vorsitzende des Fördervereins des Langenweddingener Freibads, Norbert Dregger, noch einmal mit wenigen Worten die Höhen und Tiefen des Bads in seiner 90-jährigen Geschichte. „Unser Freibad ist zwar kein Weltkulturerbe, aber trotzdem ein Langenweddingener Original und gehört mit seiner Tradition zum Dorf“, betont Dregger, „das Freibad hat sich in den vergangenen fünf Jahren als Treffpunkt der Jugendlichen und als bezahlbare Freizeitmöglichkeit für junge Familien erwiesen.“

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Diskussionen, Ideen, Gespräche und Lachen

Seit drei Jahren übernehme der Förderverein sämtliche Sach- und Personalkosten, so Dregger. Mehr als 3 000 freiwillige Arbeitsstunden, hitzige Diskussionen, Ideen, Gespräche, Lachen – all das spiegele das Freibad wider. Dregger: „Wir haben in Langenweddingen zusammengehalten. Die Bürger unserer Gemeinde, unseres Dorfes, die überwiegende Zahl der politisch Verantwortlichen und die Verwaltung. Durch dieses einzigartige Zusammenspiel konnten wir eine historisch gewachsene Freizeit- und Sportstätte erhalten, sanieren und verschönern.“

Schirmherr Karl-Heinz Dahre (ehemaliger Bau- und Verkehrsminister Sachsen-Anhalts) lobt in seiner Rede anlässlich der Eröffnung das Engagement der Mitglieder des Fördervereins. „Sie haben hier etwas bewegt. Das ist für mich einmalig. Heute wird gefeiert. Aber spätestens nach der Saison muss der Blick nach vorne gehen. Es muss gelingen, das Schwimmbad auch dann weiter zu erhalten.“

Auch die Bürgermeisterin von Langenweddingen, Jutta Spurek, findet die Leistung des Fördervereins „ganz toll. Als ich als Kind hier schwimmen gelernt habe, sind wir mit einer Stulle und einer Kanne Tee gekommen – und heute gibt es eine Strandbar. Solche Treffpunkte, wie unser Freibad braucht ein Dorf. Nur das schafft ein kulturelles Miteinander.“ Der Vorsitzende des Gemeinderats des Sülzetals, Guido Heuer, verrät in seiner Grußrede, dass er „hier 1975 die erste Schwimmstufe absolviert hat“. Auch er freut sich, dass es solche Freibäder noch gibt. „Ich habe erlebt, wie das in Osterweddingen geschlossen wurde, und möchte das hier nicht noch mal erleben. Ich werde mich persönlich für das Freibad Langenweddingen einsetzen und helfen, wo ich kann.“

Überraschung aus der Kita

Bei der Geburtstagsfeier gibt es am Samstag denn auch noch eine kleine Überraschung aus der Kindertagesstätte von Langenweddingen. Die Kinder hatten den Evergreen „Pack die Badehose ein“ ein wenig umgetextet, und so hieß es da „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus zum Freibad.“ Der Langenweddingener Volker Willborn findet den Auftakt am Herrentag schon klasse und freut sich, dass Langenweddingen nun einen richtigen Treffpunkt hat. „Dies ist unser Ort für Partys, fürs Brunchen... einfach super!“

Dem stimmt Marko Kolm aus Langenweddingen zu. „Das ist ein tolles, ehrenamtliches Engagement bei dem Förderverein. Solch einen Treffpunkt braucht Langenweddingen. Nur so lebt unser Ort. Hier kommt jeder hin – von 2 bis über 90 Jahre.“

All die offiziellen Worte sind naturgemäß nicht so wichtig für die Kinder. Sie wuseln und tollen, schaukeln und wippen, rennen und hetzen umher. Eine von ihnen ist die 4-jährige Lena. Sie sitzt auf der Schaukel und will „gar nicht mehr aufhören“. Dem stimmt ihr 5-jährigen Freund Toni zu, „aber dann ohne diese Erwachsenen“.