Klein Germersleben l Zum fünften Mal hatte der Heimatverein Klein Germersleben seit dem Aufstellen des Gedenksteins für Gotthilf Sebastian Rötger (1749-1831) zu einer Gedenkfeier in Würdigung der Verdienste dieses „Sohnes des Dorfes“ eingeladen. Dazu konnte Heimatvereinsvorsitzender Andreas Gießmann zu Gründonnerstag am Gedenkstein, der in Sichtweite der Kirche St. Egidius steht, neben etlichen Klein Germerslebern und Mitgliedern des Heimatvereins auch Nachfahren von Rötger begrüßen. Gießmann kündigte an, dass die Ortschaft dem Platz, auf dem der Gedenkstein steht, den Namen Rötger-Platz verleihen möchte.

Gleich neben der Kirche steht das evangelische Pfarrhaus, in dem Gotthilf Sebastian Rötger 1749 geboren wurde. Der studierte Theologe errang in seiner Zeit Berühmtheit als Propst des Magdeburger Klosters Unser Lieben Frauen und führte seinerzeit im Schulunterricht die Zensuren ein. Wegen seiner vielfältigen Verdienste und großen Beliebtheit trug der Theologe und Lehrer bereits zu Lebzeiten den Ehrennamen „Vater Rötger“.

Bild auf Fassade

René Gehre (FDP), Ortsbürgermeister von Bottmersdorf/Klein Germersleben, sprach bei der Gedenkstunde nicht ohne Stolz von Gotthilf Sebastian Rötger als einem „großen Sohn Klein Germerslebens“. Neben dem Gedenkstein verfügt das Dorf über eine Rötger-Straße und neuerdings schaut der berühmte Mann auf einem Bild aus der Fassade des neu gestalteten Dorfgemeinschaftshauses. Im Pfarrhaus ist zudem ein Rötger-Gedenkzimmer eingerichtet.

Bilder

Zur Gedenkstunde waren Nachfahren des großen Theologen Rötger nach Klein Germersleben gereist. Gräfin Marlis von Bassewitz (79) aus Bonn, Andreas Rötger (74) aus Jena und Martin Rötger (72) aus Berlin besuchten den Geburtsort ihres berühmten Vorfahren. Sie und weitere Besucher der Gedenkfeier hörten in der Kirche St. Egidius die von Pfarrer Peter Telschow wohl gewählten Worte der Erinnerung an Gotthilf Sebastian Rötger. „Ich habe mich gerne in das Lebens dieses Mannes begeben“, sagte Telschow in Sichtweite des Steinbeckens, in dem auch Rötger getauft wurde. Rötger sei ein Wanderer zwischen den Welten gewesen, der sowohl bei den reichen als auch den armen Menschen Achtung genoss. „Er wollte die Welt ein wenig verändern“, sagte Telschow über Rötger, der in Klein Germersleben seine Wurzeln und Magdeburg seine Wirkungsstätte hatte.