Einjährige Gewöhnungsphase für die neuen Straßennamen ist abgelaufen

Gemeindearbeiter schrauben hunderte Straßenschilder ab

Von Sabrina Trieger

Die Gemeindearbeiter der Stadt Wanzleben - Börde nehmen derzeit die alten Straßennamensschilder in den einzelnen Ortschaften ab. 69 Straßennamen wurden hier im Zuge der Gemeindegebietsreform geändert. Mehr als 250 Schilder mussten im vergangenen Jahr neu bestellt und angefertigt werden. Zur Eingewöhnung auf die neue Adresse hatte die Verwaltung die alten Straßennamensschilder für die Bürger noch ein Jahr lang über den bereits neu montierten Schildern hängen lassen. Diese Phase gilt nun als beendet, teilte Ordnungsamtsleiterin Erika König gestern mit.

Stadt Wanzleben - Börde. Derzeit schrauben die Gemeindearbeiter hunderte der alten blauen Straßennamensschilder in den Ortsteilen der Stadt Wanzleben - Börde ab. "Nach der großen Umbeschilderungsaktion im vergangenen Jahr läuft nun ein Jahr später das Abbauen der alten Schilder auf Hochtouren", teilte gestern Ordnungsamtsleiterin Erika König mit.

Bereits im Frühjahr 2010 hatten die Mitarbeiter die neuen blauen Schilder, die im Zuge der Umbenennung der bis dahin mehrfach bestehenden Straßennamen innerhalb der Einheitsgemeinde nötig geworden waren, unter den alten befestigt. Der "alte" Straßenname wurde jeweils mit orangefarbenen Klebeband provisorisch durchgestrichen. Die Regelung "neues Schild trifft auf altes" sollte für ein Jahr lang gelten. Die Umgewöhnungsphase sei nun beendet. Die alten Schilder gehören der Vergangenheit an und werden deshalb entsorgt.

"In den Straßen bei denen noch eine neue Unternummer erforderlich ist, beispielsweise bei der Dorfstraße in Buch, die in ,An der Dorfstraße‘ umbenannt wurde und geteilt verläuft, müssen wir allerdings noch neue Indexzeichen anbringen. Die neuen Unternummern konnten wir erst jetzt bestellen. Die Kosten allein für diese kleinen Zusatz-Schilder belaufen sich auf 850 Euro. Sie sollen nun zeitnah montiert werden", gab die Amtsleiterin gestern auf Volksstimme-Nachfrage an. Dabei sollen dann auch gleich die alten blauen Straßennamensschilder demontiert werden. "Doch erst müssen hier die neuen Indexzeichen angeschraubt werden", fügt König hinzu.

69 Straßennamen mussten mit der Gemeindegebietsreform geändert werden, um Doppelungen für Postzustellungen sowie dem Rettungsdienst ausschließen zu können.

Rund 250 neue Straßennamensschilder (ein Schild kostet etwa 30 Euro) hatte die Einheitsgemeinde 2010 bestellt. Im Frühjahr 2010 waren die neuen Schilder peau á peau in den Gemeinden der neugebildeten Stadt Wanzleben - Börde angebracht worden. In Klein Wanzleben, Remkersleben und Meyendorf war die Umbenennung jener 15 Straßennamen erst mit der Zwangseingemeindung ab dem 1. September erfolgt. Für die Umbeschilderung wurden hier zudem weitere 1400 Euro fällig.

Umbenennung sollte ein Jahr erkennbar bleiben

"Das alte blieb in allen Orten wegen der Erkennbarkeit noch für ein Jahr hängen", hatte Bauamtsleiter Olaf Küpper erklärt. Das Straßenverkehrsamt musste zudem mehr als 50 neue gelbe Ortsschilder im Zusammenhang mit der neuen Einheitsgemeinde aufstellen. Als letzte Gemeinde wurde das Zuckerdorf Klein Wanzleben neu an den Ortszufahrten beschildert – auf der Zuckerdorf-Ortstafel musste die stolze rekordverdächtige Anzahl von 57 Buchstaben Platz finden. Nach der Gemeindegebietsreform hat nur noch eine von vormals drei Postleitzahlen ihre Gültigkeit behalten. Die alten Postleitzahlen 39365 für Seehausen, Dreileben und Eggenstedt sowie 39167 für Klein Rodensleben, Groß Rodensleben und Hohendodeleben entfielen. Die Post gab der Einheitsgemeinde die einheitliche Postleitzahl "39164", die der Gemeinden Wanzleben und Do- mersleben. Innerhalb der neuen Stadtgrenzen durfte es zu keinerlei Straßennamen-Doppelungen kommen. In der Beschlussvorlage hieß es damals: "Eine Änderung bei doppelten Straßennamen in der künftigen Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde ist vorzunehmen, um eine eindeutige Zuordnung für Rettungsfahrzeuge und für die Post zu ermöglichen."

Übrigens: Hat sich nur die Bezeichnung des Wohnortes geändert, so dass aus dem Wohnort ein Ortsteil geworden ist, kann jene Korrektur der Anschrift auch mit Ablauf der Gültigkeit der Dokumente mit Beantragen eines neuen Ausweises geändert werden.