Klein Wanzleben l Knut Freese, der Vorsitzende des evangelischen Gemeindekirchenrates St. Johannis Klein Wanzleben, steht in einen der beiden Gemeinderäume auf dem blanken Sand. Der alte Fußboden ist komplett verschwunden, jetzt beginnt der Aufbau des neuen, der später von Holz bedeckt sein wird. Die Sanierung der beiden Gemeinderäume ist Teil eines großen Projektes, der Sanierung des Gemeindezentrums St. Johannis in der Rabbethge Straße 24 des Zuckerdorfes.

Umfangreiche Sanierung

„Wir rechnen damit, ab dem ersten Advent alles wieder nutzen zu können“, sagt Freese. Neben der Modernisierung der beiden Gemeinderäume umfasst das aktuelle Projekt die Instandsetzung einer Treppe zu einer vermieteten Wohnung im Obergeschoss des Gemeindezentrums. Hinzu kommt die aufwändige Sanierung der Fassade des unter Denkmalschutz stehenden und im Jahre 1850 gebauten Hauses.

„Es müssen dabei etwa 100 kleine Metallteile aus dem Mauerwerk entfernt werden, die dort im Verlaufe der Jahre als Befestigungen für Fensterläden oder für Rankgitter dienten“, beschreibt Freese den enormen Arbeitsaufwand. Hinzu komme die Verfugung schadhafter Stellen und der Neueinbau von Steinen in die Fassade. Alles in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde.

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Arbeiten bis zum Advent

Obendrein bekommt das Gemeindezentrum einen neuen Eingangsbereich mit einem Aufgang, der der historischen Optik aus Sandstein entspreche. „Mit dem alten Torbogen kommt dann auch eine historische Raffinesse des Hauses wieder zur Geltung“, kündigt Freese an. Der gesamte Eingang werde zum Schutz vor Regen mit einer leichten Stahlkonstruktion überspannt. Sind alle Arbeiten beendet, werde das Gemeindezentrum barrierefrei zu erreichen sein. Hinzu kommt die Erneuerung der Elektroanlage im Gemeindezentrum. „Wir bieten den Klein Wanzlebern an, unser Gemeindezentrum dann als Veranstaltungsort für das gesamte Dorf zu nutzen“, sagt Freese.

Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt der Sanierung des Gemeindezentrum St. Johannis in Klein Wanzleben belaufen sich nach den Worten von Knut Freese auf 180.000 Euro. 75 Prozent davon werden über das Förderprogramm Leader aufgebracht. Der Rest kommt von der AKB-Stiftung, dem Landkreis Börde, vom Kirchenkreis Egeln und aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde St. Johannis.

Kosten von 180.000 Euro

Bereits 2017 waren im Gemeindezentrum etwa 75.000 Euro verbaut worden. Unter anderem für die Neugestaltung des Kaffeerundenraumes und des Sanitärbereichs. In den vergangenen acht Jahren hat die evangelische Gemeinde Klein Wanzleben bereits etwa eine Million Euro in die Instandsetzung der Kirche St. Johannis investiert.

„Der Umbau des Gemeindezentrums ist noch der einfacherere Teil. Schwieriger wird es im nächsten Jahr, wenn wir die Neugestaltung des Kirchgartens in Angriff nehmen wollen“, kündigt Gemeindekirchenratsvorsitzender Knut Freese an. Dafür würden Kosten in Höhe von einer Viertelmillion Euro zu Buche schlagen. Es solle ein offener Kirchgarten für alle Klein Wanzleber werden, die ihn besuchen wollen, um drin Ruhe und Einkehr zu finden.

Sanierung des Kirchgartens geplant

„Im Kirchgarten wollen wir die Schöpfung der Natur voll auskosten“, ist sich Freese sicher. Direkt vor der Kirche soll weiterhin eine Terrasse für Veranstaltungen unter freiem Himmel angelegt werden. Im vorderen Bereich des Kirchgartens zur Rabbethge Straße hin plant die Kirchengemeinde einen naturverbundenen Garten, der von einem dauerblühenden Rasen, der nur zwei Mal im Jahr gemäht werde, geprägt ist.

In Zusammenarbeit mit der Grundschule Klein Wanzleben und der dort tätigen Arbeitsgemeinschaft sowie einem Fachmann aus dem Harz soll im Kirchgarten „pädagogisches Imkern“ ermöglicht werden. Die Wiese mit ihren blühenden Pflanzen soll die Lebensgrundlage für die Bienen und andere Insekten bieten. Neben den Schulkindern sollen die Kindertagesstätte „Ria Runkel“ und das Altenpflegeheim des Dorfes mit einbezogen werden, so dass die Imkerei Menschen verschiedenen Alters verbindet.

Bestandteil soll auch ein Kunstwerk sein, das der Klein Wanzleber Künstler Dieter Lahme erschaffen wird. Dieses Kunstwerk solle ein Bienenvolk beherbergen. Im Kirchgarten stand bereits ein Werk Lahmes. Das wurde im vergangenen Jahr bei einem Sturm zerstört, bei dem zwei mächtige Kastanien umstürzten und den Kirchgarten verwüsteten.

Streuobstwiese zum Verweilen

Im hinteren Bereich des Kirchgartens will die Gemeinde eine Streuobstwiese mit Bäumen, Wasserlauf und blühenden Stauden anlegen. Auch dorthin werden die Menschen zum Verweilen und zum Verzehr der alten Obstsorten eingeladen. Alle Bereiche des Gartens, die Wege zur Kirche und zum Gemeindezentrum sollen barrierefrei gestaltet werden, so dass sie für Menschen in Rollstühlen, mit Rollatoren oder mit Kinderwagen problemlos zu bewältigen sind.

„Ja, das ist unser ehrgeiziges Projekt für die Jahre 2019 und 2020“, blickt Klein Wanzlebens Gemeindekirchenratsvorsitzender Knut Freese in die nahe Zukunft. Zurzeit sei die Gemeinde dabei, den erheblichen Geldbedarf über mehrere Fördertöpfe zu sichern.