Hohendodeleben l „Ich bin davon überzeugt, dass Hohendodeleben von dem Projekt profitiert und auch ein Schandfleck im Ortsbild verschwindet“, sagt Mario Marquardt. Der Unternehmer aus Niederndodeleben ist der Mann, der sich für den Kauf des Gemeindezentrums „Pferdestall“ in der Matthissonstraße interessiert. Ihm gehört bereits das Haus vor dem Gemeindezentrum zur Straße hin, das er aus einer Konkursmasse kaufte und dort eine Zimmervermietung betreibt.

Mit „Schandfleck“ meint Marquardt eine Bauruine, die an das gelbe Gebäude des Gemeindezentrums grenzt. Dort sollte eine Kegelbahn gebaut werden, doch wurde das Vorhaben mit der politischen Wende 1989 jäh abgebrochen. Seitdem steht dort ein Rohbau, der mehr und mehr zur wilden Müllkippe verkommt, von Jugendlichen gerne für Partys genutzt wird und im Allgemeinen eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle darstellt. Marquardt habe die Vorstellung, diese Bauruine abzureißen, um dort und in das angrenzende Gebäude ein Altenheim zu integrieren. Von der Stadt Wanzleben-Börde habe er das Angebot bekommen, doch das gesamte Gemeindezentrum samt „Pferdestall“ zu kaufen.

Gesamten Gebäudekomplex kaufen

Marquardt hat weiterhin das Interesse, den gesamten Gebäudekomplex des Gemeindezentrums zu kaufen. Und dass obwohl sich im Dorf nach dem Bekanntwerden der Verkaufspläne gerade bei den Vereinen Widerstand regt, die die Räume nutzen. Wie der Unternehmer versichert, habe er kein Interesse daran, die Vereine aus dem Gemeindezentrum zu vertreiben. Vielmehr könne er sich vorstellen, dass die Nutzer der Räume in dem gelben Gebäude in das rote Haus umziehen könnten, da dort genügend Platz vorhanden sei. Würde er das Gemeindezentrum kaufen, habe die Stadt Wanzleben signalisiert, die Räume für die Vereine von ihm zu mieten. Die Stadt sei damit die hohen Kosten für den Unterhalt des großen Gebäudekomplexes los und müsse nicht in die nötige Instandhaltung investieren.

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Mit dem von Mario Marquardt geplanten Bau des Altenheims würde seiner Meinung nach Hohendodeleben an Attraktivität gewinnen. Ältere Einwohner aus dem Dorf könnten dort einziehen und müssten ihr gewohntes Lebensumfeld nicht verlassen. Er habe auch bereits einen Anbieter aus Niedersachsen gefunden, der das Altenheim mit bis zu 25 Plätzen in Hohendodeleben betreiben wolle. Noch seien dies alles nur Ideen, die er im Gemeindezentrum umsetzen wolle. Dass der „Pferdestall“ auch nach einem möglichen Eigentümerwechsel das gesellschaftliche Zentrum des Dorfes bleibt, stehe für Marquardt außer Frage. Er bedauere jedoch, dass seine Pläne bei den Vereinen eine derartige Unruhe ausgelöst haben und könne sich das nur mit fehlerhaften Informationen erklären. Der Unternehmer wolle sich gerne mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen, um die Lage sachlich zu erörtern.

Ortschaftsrates berät über Verkauf

Die Mitglieder des Ortschaftsrates Hohendodeleben beschäftigen sich mit dem möglichen Verkauf des Gemeindezentrums „Pferdestall“ bei ihrer nächsten Sitzung. Diese Sitzung des Ortschaftsrates findet am Donnerstag, 1. November, um 19 Uhr im Versammlungsraum des Gemeindezentrums in der Matthissonstraße 13 statt. Dann steht der Tagesordnungspunkt „Beratung zum angedachten Verkauf des ‚Pferdestalls‘ durch den Bürgermeister“ auf der Tagesordnung.