Klein Wanzleben l Die Errichtung der neuen, übergroßen Folienzelte am Ortsrand von Berenbrock ist innerhalb von etwa einer Woche abgeschlossen, inzwischen sind auch die Zuckerrüben-Setzlinge ausgebracht worden. „Es ist alles nach Plan gelaufen“, erklärte Walter Kuhn, der mit seinen Kollegen schon weitere Folienhäuser in den Gemarkungen Grauingen und Calvörde aufgestellt hat.

Auftraggeber für den Bau der Gewächshäuser ist die Klein Wanzleber Saatzucht (KWS) mit dem Sitz in Einbeck. Es ist ein 1856 in der Ortschaft Klein Wanzleben gegründetes Pflanzen- und Biotechnologie- Unternehmen. Zum Kerngeschäft gehören die Züchtung und der Vertrieb von Zuckerrüben-, Mais- und Getreidesaatgut.

Basissaatgut wird vermehrt

„Wir vermehren in den Folienhäusern Basissaatgut für Zuckerrüben. Wir pflanzen Stecklinge an, ziehen die Pflanzen dort groß und ernten später das Saatgut für weitere Versuchszwecke“, erklärte gestern Steffen Wernstedt, Betriebsbereichsleiter bei der KWS.

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Die Frage, ob es sich um genmanipulierte Pflanzen handelt, verneinte Wernstedt. „Es geht hierbei ausschließlich um eine konventionelle Züchtung. Damit wir die Setzlinge nicht in die Erde pflanzen müssen, kommen sie in Grow Bags – also in Pflanzsäcke. Vom Vegetationsbeginn bis zur Ernte im Juli/August wird das Basisgut der Zuckerrübe vermehrt. Dies geschieht in den Gewächshäusern, um eine Einstäubung artverwandter Pflanzen oder Wildrüben ausschließen zu können“, schilderte Wernstedt.

Angeliefert wurden die jeweils 336 Vater- und Mutterpflanzen in den bewussten Grow Bags mit Schleppern. Die Überwachung erfolgt bis zur Ernte mit Caddys, in denen die Mitarbeiter zu den Anlagen fahren. Erst bei der Ernte kommt noch einmal die schwere Technik zum Einsatz.

Lagerware geht zur Zentrale

Dann wird das Saatgut von den Pflanzen entfernt und entsprechend in Kisten verpackt, um es abtransportieren zu können. Geliefert wird die Lagerware an die Zentrale nach Einbeck. „Dort wird sie weiterverarbeitet und bei Versuchen unter die Lupe genommen“, erklärte der Betriebsbereichsleiter. „Diese Praxis wenden wir schon seit vielen Jahren an.“

In den übergroßen Foliezelten finden die Pflanzen optimale Bedingungen vor, die auch entsprechend gesteuert werden können. „Sie werden über eine eigene Beregnung mit Wasser versorgt und bei höheren Temperaturen ist eine Belüftung möglich“, sagte Steffen Warnstedt. „Extreme Sommer wie im zurückliegenden Jahr verschonen uns auch nicht von den Auswirkungen her.“

Die Errichtung von weiteren Gewächshäusern sei in den kommenden Jahren durchaus denkbar. Die Firma KWS verfügt übrigens über 5000 Mitarbeiter und agiert weltweit. „Für die Produktion von beispielsweise Maissaat nutzen wir auch den Sommer in Peru“, sagte Wernstedt. „Zuchtstationen für verschiedenste Saat haben wir quasi auf der ganzen Welt, auf verschiedenen Kontinenten.“