Klein Wanzleben l „Der Gedanke, den Wanzleber Feuerwehren für ihren Einsatz beim Brand in der Schweinemastanlage Klein Wanzleben bei einem Gottesdienst zu danken, kam aus der Kirchengemeinde heraus“, sagte Knut Freese, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates St. Johannis Klein Wanzleben, zur Volksstimme. Deshalb entschloss sich die Kirchengemeinde kurzfristig, den Dankgottesdienst am Sonntag in der Kirche St. Johannis des Zuckerdorfes für diesen besonderen Anlass zu nutzen.

Nicht nur Klein Wanzleber Feuerwehrleute mit ihrem Ortswehrleiter Matthias Kotter an der Spitze folgten der Einladung der Kirchengemeinde. Auch Kameraden aus Wanzleben, Hohendodeleben und Klein Rodensleben saßen in ihren blauen Uniformen auf den Kirchenbänken. Sie alle hatten noch die schrecklichen Bilder vor Augen als am Ostersonntag in der Schweineaufzuchtanlage Klein Wanzleben bei einem Feuer etwa 2000 Ferkel in einem Stall zu Tode kamen. Durch ihren Einsatz konnten die Frauen und Männer aller Wanzleber Ortsfeuerwehren Hunderte Tiere retten und vor dem sichern Flammentod bewahren.

Unter den Besuchern des Dankgottesdienstes waren neben Einwohnern und Feuerwehrleuten unter anderem Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU), Klein Wanzlebens Ortsbürgermeister Horst Flügel (FDP), Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) und Probst Christoph Hackbeil, Regionalbischof Stendal-Magdeburg. Der Posaunenchor Parchau sorgte für die musikalische Umrahmung der feierlichen Stunde.

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Freud und Leid eng beieinander

„Die Ereignisse vom Ostersonntag haben uns gezeigt, wie eng Freud und Leid beieinander liegen“, sagte Gemeindekirchenratsvorsitzender Freese. Eben saßen die Kameraden noch mit ihren Familien am Osterfühstückstisch, ruft sie wenige Zeit später ein Alarm zum Einsatz. Es koste nach den Worten von Freese viel Kraft und Beistand, dieses Ehrenamt zum Schutz von Menschen, Tieren und Sachwerten auszufüllen. Dafür wolle die Kirchengemeinde allen Wanzleber Feuerwehrleuten bei diesem Gottesdienst von ganzem Herzen Danke sagen. Ebenso dankten Flügel, Kluge und Hackbeil in ihren Ansprachen den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Und dass nicht nur während des Feuers am Ostersonntag, sondern für ihre hohe Einsatzbereitschaft im Sinne des Allgemeinwohl das gesamte Jahr über.

Eine besondere Überraschung hatte Knut Freese für Klein Wanzlebens Ortsbürgermeister Hort Flügel parat. Nach 25 Jahren an der Spitze des Zuckerdorfes und mehr als 50 Jahren in der Kommunalpolitik gibt Flügel jetzt seine Ämter auf, um sich mehr seinem Privatleben zu widmen. Zum Ende seiner Amtszeit schenkte die Kirchengemeinde Flügel einen Stern, der am blauen Kirchenhimmel des Gotteshause St. Johannis erstrahlen wird. Als Dank für seinen Einsatz für das Zuckerdorf für die Kirchengemeinde.

Nach dem Gottesdienst lud die Kirchengemeinde Feuerwehrleute und Gäste zu Kaffee und Kuchen in den Garten vor das Gotteshaus St. Johannis ein. Die Kollekte des Gottesdienstes war, wie Knut Freese ankündigte, für die Wanzleber Jugendfeuerwehren bestimmt. 414,22 Euro kamen dabei zusammen. Wie das Geld eingesetzt werde, wolle er noch mit der Wanzleber Stadtwehrleitung abstimmen.