Osterweddingen l Nicht ganz eine Woche haben sich die Kinder über das quasi frisch aufgebaute Karussell (Volksstimme berichtete) auf dem Spielplatz freuen dürfen. Jetzt ist es auch schon beschädigt. Der Leiter des Hauptamts der Gemeinde, René Kellner macht beim Volksstimme-Vor-Ort-Termin einen Drehtest. „Da sieht man wie unrund es läuft“, sagt er. „Wenn ich die Fußabdrücke und die Brandbeschädigungen sehe, dann werde ich echt sauer.“

Das Schulgelände und das umgebende Gelände sei ein echter Brennpunkt, wenn es um Vandalismus in dem Ort geht. Die Auswirkungen sind schon auf dem Spielplatz mehr als deutlich zu sehen. So wurde ein Zaun krumm gebogen, der Papierkorb war mit Farbe besprüht und das Klettergerüst weist noch leichte Rückstände von Schmierereien auf. „Wir haben etliche Verursacher feststellen können, zumal sie zum Beispiel Handabdrücke in der Farbe hinterlassen haben“, berichtet René Kellner. „Die Aufklärungsquote ist also nicht einmal schlecht. Allerdings nervt es enorm, immer wieder Strafanzeigen zu stellen und Schäden zu reparieren.“

So seien schon gehörige Kosten entstanden, die die Gemeinde erst einmal übernehmen müsse. Die Sache mit dem neuen Karussell bringt ihn und Schulleiterin Petra Meyer nahezu auf die Palme. „Da wird die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer regelrecht mit den Füßen getreten“, sagt Keller und die Leiterin nickt zustimmend.

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Der neueste Fall in Sachen Vandalismus reiht sich in eine ganze Reihe von Vorfällen ein, die der Hauptamtsleiter nun vorstellt. „Mittlerweile haben wir Kameras auf dem Schulgelände und wir können die Täter bei ihrem Handeln beobachten“, erzählt er. „Das scheint sie kaum zu stören. Sie ziehen in den Abendstunden vermummt über das Gelände.“ Dort wurde mal eben ein Lagerfeuer entzündet und das sogenannte Podest – ein Rettungsweg – ist gar über alle Maßen beliebt. Hier gehen die nächtlichen Besucher „sportlichen Betätigungen“ nach. Sie nutzen offensichtlich die Leitungen der Blitzschutzanlage und reißen sie auf diese Weise aus den Verankerungen. „Schon letztes Jahr haben wir diese komplette erneuert“, sagt Kellner. „Dazu kamen noch Beschädigungen auf dem Dach, so dass auch Ziegel neu werden mussten.“

Den Clou habe jedoch eine „Bierflaschenaktion“ dargestellt. „Etwa 40 Flaschen haben wir aus der Dachrinne geholt, die war damit vollgestopft“, erinnert sich der Hauptamtsleiter. „Ganz oben auf der Dachspitze stand ebenfalls eine leere Flasche. So nach dem Motto: Bis hierher sind wir gekommen.“

Kellner verweist auf die Gefahr, in die sich die illegalen Kletterer begeben. So gibt es abstehende Halterunghaken im Dach und ganz oben, auf einem Türmchen des Podestes, ist eine lockere Steinpackung zu erkennen. „Wer hier abrutscht, der kann sich lebensgefährlich verletzen“, sagt er. „Als besondere Überraschung wäre bei entsprechenden Erschütterungen mit einem unerwarteten Steinschlag zu rechnen.“ Auf der anderen Seite ginge es bei einem Absturz gleich mehrere Meter nach unten. Der Hauptamtsleiter ist besorgt. „Wir können das Podest nicht einfach absperren, da hier ein Rettungsweg entlangführt, der jederzeit offen sein muss – das ist das Dilemma.“ Sollte hier bei den nächtlichen Touren der heimlichen Kletterer einmal etwas passieren, dann sei das Geschrei sicherlich recht groß.

„Wir werden weiterhin jedes unbefugte Betreten als Hausfriedensbruch anzeigen“, versichert René Kellner. „Entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung nehmen gern auf. Die Täter müssen mit harten Strafen rechnen.“